Industrie- und Logistik Marktbericht Frühjahr 2026

Frühjahr 2026

Marktbericht Industrie- und Logistik

Inhalt

Auf einen Blick

2

01 Standort Österreich

4

1.1

Österreich als Industrie- und Logistikstandort

5 6

1.2 Wirtschaftskennzahlen

02 Der Markt für Industrie- und Logistikflächen Wien/Umgebung

8

2.1 Standort Wien/Umgebung

9

2.2 Bestand 2.3 Leerstand

10 10

2.4 Flächenumsatz

11 11

2.5 Ausgewählte Anmietungen

2.6 Fertigstellungen

12 14

2.7 Preise

03 Submärkte Wien/Umgebung im Detail

18

3.1 Übersicht 3.2 Wien Nord 3.3 Wien Ost 3.4 Wien Süd 3.5 Wien West

19

20

21

22 23 24 25 26 27

3.6 Wien Umland Nord 3.7 Wien Umland Ost 3.8 Wien Umland Süd

3.9 St. Pölten

04 Der Markt für Industrie- und Logistikflächen Österreich

28

4.1 Industrie- und Logistikhotspots in Österreich

29 30

4.2 Graz und Umgebung 4.3 Linz/Wels/Enns 4.4 Klagenfurt/Villach 4.5 Salzburg/Umgebung

31

32 33

05 Investmentmarkt

34

5.1 Transaktionsvolumen

35 35 37

5.2 Ausgewählte Transaktionen

5.3 Renditen

06 Ausblick

38

07 Wissenswertes

40

08 Reportage

42

09 Kontakt

50

Impressum

56

Sehr geehrte Damen und Herren!

der Wiener Industrie- und Logistikmarkt ist in eine Phase eingetreten, die von Anpassung geprägt ist. Nach Jahren hoher Fertigstellungsvolumina trifft ein gewachsenes Angebot auf eine spürbar selektivere Nachfrage. Gleichzeitig sorgt die erstmals erhobene Leerstandsquote für zusätzliche Transparenz über verfügbare Flächen im Markt. Das Zusammenspiel dieser Faktoren verändert die Rahmenbedingungen deutlich. Projekte aus den vergangenen Jahren kommen zeitgleich auf den Markt, während Unternehmen ihre Standort- entscheidungen genauer prüfen und teilweise verschieben. Was sich dabei klar zeigt: Die Anforde- rungen an Flächen haben sich verändert. Lage, Qualität und Nutzungskonzept rücken stärker in den Mittelpunkt. Moderne, gut angebundene Flächen bleiben gefragt. Gleichzeitig geraten ältere Bestände und weniger geeignete Standorte zunehmend unter Druck. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch aus dem Austausch mit führenden Entwicklerinnen und Entwicklern, die wir erstmals zu einer gemeinsamen Gesprächsrunde eingeladen haben. Die Einschätzungen – deren Zusammenfassung Sie auch in diesem Marktbericht finden – sind differenziert, in einem Punkt aber deckungsgleich: Der Markt wird anspruchsvoller, Projekte werden genauer hinterfragt und die Orientierung an den konkreten Nutzer:innen gewinnt weiter an Bedeutung. Parallel dazu verändern strukturelle Themen den Markt nachhaltig. Flächenverfügbarkeit, Kosten- entwicklung und Energiefragen beeinflussen Entscheidungen zunehmend. Brownfields und die Weiterentwicklung bestehender Standorte rücken stärker in den Fokus. Unser aktueller Marktbericht ordnet diese Entwicklungen ein und zeigt, wo sich der Markt stabili- siert und wo neue Herausforderungen entstehen. Er soll Ihnen eine fundierte Grundlage für Ihre Entscheidungen bieten. Ich lade Sie herzlich ein, diese Einblicke auch im persönlichen Gespräch mit der exzellenten Marktkenntnis unserer Expert:innen zu vertiefen.

Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen.

Herzlichst, Ihr

Dr. Eugen Otto MRICS Geschäftsführer OTTO Immobilien eugen@otto.at

Auf einen Blick 2025 / Prognose 2026

FERTIGSTELLUNGSVOLUMEN 2025 und 2026

FLÄCHENUMSATZ 2025 und 2026

2025: Fertigstellungsvolumen von 228.453 m² 2026: Fertigstellungsvolumen von 79.100 m² erwartet

2025: Verminderter Flächenumsatz (vs. 2024) von 104.357 m² 2026: Weitere Abnahme auf 80.000 m² erwartet

228.453

104.357

80.000

79.100

2025

2026

2025

2026

in m²

in m² ● Realisierter Flächenumsatz ● Prognose Flächenumsatz

© OTTO Immobilien GmbH

Quelle: Vienna Research Forum

© OTTO Immobilien GmbH

SPITZENMIETE Frühjahr 2026

SPITZENRENDITEN Frühjahr 2026

Die Spitzenmiete liegt unverändert bei 7,75 Euro pro m² und Monat.

Die Spitzenrendite (Wien) beträgt derzeit 5,00 %. Wir erwarten bis Jahresende eine stabile Entwicklung.

6,75 % Budapest

5,00 % Wien

7,75

7,75

5,00 % London

4,75 % Paris

2025

2026

in Euro/m²/Monat netto

© OTTO Immobilien GmbH

in % | Quelle: Knight Frank

© OTTO Immobilien GmbH

2

BESTAND Frühjahr 2026

4.211.598 m² Produktions- und Industrieflächen (51 %)

4.034.527 m² Logistikflächen (49 %)

1.985.187 m2 Logistik Klasse A

1.440.592 m2 Logistik Klasse B

608.748 m2 Logistik Klasse C

© OTTO Immobilien GmbH

Quelle: Vienna Research Forum

Nachfrage Für das Jahr 2026 prognostizieren unsere Expert:innen einen Flächenumsatz von rund 80.000 m².

Alle weiteren Details finden Sie im folgenden Bericht.

3

01 Standort Österreich

Österreich rangiert im internationalen Ländervergleich weit oben. Die politische und gesellschaftliche Stabilität, die dynamisch- innovative Wirtschaft, das reichhaltige kulturelle Angebot sowie die strategisch günstige geographische Lage sowie guten Rahmenbedingungen begünstigen die Alpenrepublik und machen sie zu einem international angesehenen Standort.

Martin Denner, BSc Abteilungsleiter Research Sprechen Sie mit mir über: → Marktberichte → Markttrends → Analysemethoden

● +43 664 885 90 400 ● m.denner@otto.at

4

1.1 Österreich als Industrie- und Logistikstandort

Österreich verfügt über ein sehr gut ausgebautes und leistungsfähiges Verkehrsnetz, das alle wesentlichen Transportmodi – Straße, Schiene, Wasser und Luft – um- fasst und eine ausgezeichnete internationale Anbindung gewährleistet. Insbesondere der Schienengüterverkehr wird aufgrund seines vergleichsweise moderaten Kosten- niveaus von Branchenexpert:innen als bedeutender Standortvorteil wahrgenommen. Davon profitieren glei- chermaßen Speditionen, Logistikdienstleister, Projektent- wickler, Investoren sowie Industriebetriebe. Ergänzend tragen die wirtschaftliche und soziale Stabilität sowie das international anerkannte Logistik-Know-how zur Attrakti- vität des Standorts Österreich bei, ebenso wie die Verfüg- barkeit gut ausgebildeter Fachkräfte, die von Industrie- betrieben als wesentlicher Pluspunkt geschätzt wird. Die hohe Leistungsfähigkeit des österreichischen Logistik- sektors spiegelt sich auch im Logistik Performance Index (LPI) der Weltbank wider: Im Jahr 2023 belegte Öster- reich unter 139 Ländern mit einem Wert von 4 den 7. Platz. Um diese Position im internationalen Vergleich weiter zu verbessern und den bereits hohen Anteil nachhaltiger Verkehrsträger (Modal Split) weiter auszubauen, sehen Fachleute insbesondere im verstärkten Ausbau des multi- modalen Güterverkehrs sowie entsprechender Güter- terminals großes Potenzial. Gleichzeitig werden jedoch

vergleichsweise hohe Lohnkosten und weniger flexible Arbeitszeitmodelle im Vergleich zu Nachbarländern wie Ungarn, der Slowakei und Tschechien als Wettbewerbs- nachteil wahrgenommen. Die österreichische Verkehrsinfrastruktur ist in das euro- päische System der Transeuropäischen Netze (TEN-V) eingebettet und nimmt dadurch eine zentrale Rolle im europäischen Güterverkehr ein. Österreich liegt an drei bedeutenden Verkehrskorridoren: der Brennerachse, der Rhein-Donau-Achse und der Baltisch-Adriatischen Achse. Insbesondere die beiden letztgenannten verlaufen entlang der West- und Südstrecke durch das Land und stärken Österreichs Funktion als zentral gelegener, internationaler Logistik-Hub. Eine Voraussetzung für den Erhalt dieses hohen Stellenwerts ist jedoch der weitere kontinuierliche Ausbau der Infrastruktur. Zusätzliche Entwicklungspoten- ziale liegen außerdem im Bereich der Donauschifffahrt. Die wichtigsten Logistikstandorte konzentrieren sich auf den Großraum Wien, die Region Linz/Wels entlang der Donauachse sowie den Raum Graz entlang der Baltisch- Adriatischen Achse. Diese Regionen weisen Agglomeratio- nen sowohl in Bezug auf Bevölkerung als auch Produktions- betriebe auf und gelten als zentrale Knotenpunkte im nationalen und internationalen Logistiknetzwerk.

Industrie-/Logistikschwerpunkte und Infrastruktur in Österreich

TSCHECHISCHE REPUBLIK

Städte Logistikschwerpunkte Flughafen Binnenhafen Donau Autobahnen und Schnellstraßen Bahn Transeuropäische Verkehrsnetze

A & D

C

DEUTSCHLAND

DONAU

SLOWAKISCHE REPUBLIK

LINZ

DONAU

ST. PÖLTEN

WIEN

DONAU

B

SALZBURG

C

EISENSTADT

C & D

BREGENZ

SCHWEIZ

INNSBRUCK

UNGARN

GRAZ

KLAGENFURT

B

ITALIEN

A

A

SLOWENIEN

A Baltik-Adria-Route B Skandinavien-Mittelmeer-Route C Rhein-Donau-Route D Östliche Mittelmeer-Route Quelle: Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, ÖVDAT, ÖBB-Infrastruktur AG

© OTTO Immobilien GmbH

5

1.2 Wirtschaftskennzahlen

Österreich verzeichnete laut den letzten Erhebungen der Statistik Austria zum 01.01.2026 einen Bevölkerungsstand von 9.219.113 Einwohnern. In Wien leben davon 2.042.036 Personen, womit die Stadt bereits im Herbst 2023 erst- mals seit 1910 wieder die Marke von zwei Millionen Ein- wohnern überschritten hat. Nach Angaben der Österreichischen Sozialversicherung belief sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Be- schäftigten im März 2026 österreichweit auf 3.969.166 Personen, davon 938.289 in Wien. Die Arbeitslosenquote lag im Februar 2026 bei 5,8 % (Eurostat, saisonbereinigt und bezogen auf den Anteil der Erwerbspersonen). Damit bewegt sich Österreich nahezu exakt im Durchschnitt der EU-27, der bei 5,9 % liegt. Das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO prognostiziert in seiner Einschätzung vom April 2026 für das laufende Jahr ein moderates, leicht positives Wirtschaftswachstum von

0,9 %, das sich 2027 leicht gesteigert fortsetzen dürfte. Gleichzeitig wird für 2026 ein Anstieg der Inflationsrate auf 3,6 % erwartet. Der Außenhandel stellt weiterhin eine zentrale Säule der österreichischen Wirtschaft und einen wichtigen Kon- junkturtreiber dar. Im Jahr 2025 kam es aufgrund der international angespannten wirtschaftlichen Lage zu ei- nem leichten Rückgang der Warenexporte um -0,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Für die kommenden Jahre wird jedoch wieder eine Erholung erwartet, mit prognostizier- ten Zuwächsen von +0,7 % für 2026 und +1,8 % für 2027. Inwieweit sich die derzeitigen geopolitischen und wirt- schaftlichen Krisen auf die oben dargestellten Kennzahlen auswirken, bleibt derzeit abzuwarten.

Entwicklung Distanzhandel in Österreich

10,0 Mio. Euro

100 %

9,0

90 %

80 %

8,0

7,0

70 %

6,0

60 %

50 %

5,0

40 %

4,0

30 %

3,0

2,0

20 %

1,0

10 %

0

0 %

2017

2018

2019

2020

2021

2022

2023

2024

2025

● Käufer:innen ab (ab 15 Jahre) im Distanzhandel ● Anteil Einkauf im Internet-Einzelhandel | Quelle: KMU Forschung Austria

© OTTO Immobilien GmbH

6

Ausgewählte Indikatoren zur wirtschaftlichen Entwicklung Österreichs

20,0

18,0

16,0

14,0

12,0

10,0

8,0

6,0

4,0

2,0

0

-2,0

-4,0

-6,0

-8,0

-10,0

-12,0

2019

2020

2021

2022

2023

2024

2025

2026*

2027*

Jahr

● Warenexporte in %

● Warenimporte in %

● Wirschaftswachstum in %

● Herstellung von Waren 1 in %

2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026* 2027*

3,50% -7,60% 12,40% 5,60% -0,90% -4,50% -0,20% 0,70%

0,60% -6,60% 14,80% 3,20% -7,00% -5,30%

1,80%

1,10%

-6,30% 4,90% 5,30% -0,80% -0,70% 0,60% 0,90% 1,30%

-7,50% 10,60% 8,30% -3,30% -5,60%

1,70% 0,70% 1,60%

1,20% 1,20% 1,70%

1,80%

Quelle: WIFO | * Prognose | 1) Nettoproduktionswert

© OTTO Immobilien GmbH

7

02 Der Markt

für Industrie- und Logistik- flächen Wien/ Umgebung

Der Bestand an Logistik- und Industrieobjekten in Wien und Umgebung umfasste nach einer 2024 erfolgten Erweiterung der vom Vienna Research Forum (VRF) definierten Submärkte zuletzt rund 8,25 Mio. m² Fläche. Der Flächenumsatz betrug im Jahr 2025 rund 104.000 m². Wir erwarten für das Jahr 2026 aufgrund der derzeitigen Marktsituation einen im Vergleich zu den Vorjahren reduzierten Flächenumsatz von rund 80.000 m² sowie eine stabile Entwicklung der Bestandsflächen aufgrund der geringen Fertigstellungszahl.

2.1 Standort Wien/Umgebung

Der österreichische Markt für die Entwicklung von groß- volumigen Logistikimmobilien für Fremdnutzung entstand ursprünglich im Raum Wien. Abseits der gewachsenen Gewerbe- und Industriezonen mit überwiegend Eigen- nutzungen ist im Jahr 2007 die erste spekulativ entwi- ckelte Logistikhalle eines lokalen Developers beobachtet worden. Seit damals hat der Bestand schrittweise zugenommen und über einen Zeitraum von 19 Jahren einen aktuellen Wert von ca. 8,25 Mio. m² moderner Logistikflächen im Raum Wien erreicht (gemäß VRF, Stand 2. Halbjahr 2025; inkl. Erweiterung der Submärkte 2024). Dieser Bestand ist nicht nur durch ansässige Entwickler entstanden, sondern wurde ebenso durch lange am internationalen Markt

tätige Entwickler vorangetrieben, welche den öster- reichischen Markt für sich entdeckt haben. Einige dieser Entwickler haben im Laufe der Jahre Österreich wieder verlassen, dafür haben neue Unternehmen den Markt betreten. Insbesondere in den vergangenen Jahren ist der Bestand durch die Fertigstellung zahlreicher Projekte angewachsen. Die Nachfrage im Logistikbereich ist durch die aktuelle Wirtschaftslage merklich gedämpft, weshalb die vorhandenen Kapazitäten den momentanen Bedarf deutlich übersteigen. Infolgedessen werden kaum noch neue Projekte initiiert, und die Dringlichkeit bei der Suche nach nutzbaren Grundstücken in Österreich hat spürbar nachgelassen.

Übersichtskarte Submärkte Vienna Research Forum (VRF)

↗ Brno (CZ)

A5

KREMS

S3

S1

Wien Umland Nord

S5

KORNEUBURG

Bahn

S33

A22

Bahn

S1

Bahn

Wien Nord

Bahn

Wien West

A23

ST. PÖLTEN

Wien Ost

A1

A1

Wien Süd

← Linz

St. Pölten

S1

Wien Umland Süd

→ Bratislava (SK)

A4

Wien Umland Ost

A21

A6

Bahn

Wr. Neustadt-Baden

A4

Budapest (H) ↘

A3

A2

Eisenstadt

Bahn

EISENSTADT

WR. NEUSTADT

Graz ↙

© OTTO Immobilien GmbH

Quelle: Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV), OpenStreetMap contributors, ÖBB-Infrastruktur AG, Umweltbundesamt GmbH & European Union

9

2.2 Bestand

Die jüngsten Bestandserhebungen des Vienna Research Forum zeigen, dass sich die Gesamtfläche der zehn defi- nierten Submärkte auf 8.246.125 m² an Logistik-, Produk- tions- und Industrieflächen beläuft. Dabei entfallen 49 % auf Logistiknutzungen, während 51 % den Produktions- und Industrieflächen zuzurechnen sind. Innerhalb der Logistikobjekte erreichen rund 49 % die höchsten

Qualitätsanforderungen der Klasse A. Weitere 36 % wer- den der Klasse B zugeordnet, während 15 % die Kriterien der Klasse C erfüllen. Im Bereich der Produktions- und Industrieflächen wurden sämtliche Objekte berücksichtigt, die derzeit entsprechend genutzt werden und grund- legende Mindestanforderungen – etwa hinsichtlich der Hallengröße – erfüllen.

4.211.598 m² Produktions- und Industrieflächen (51 %)

4.034.527 m² Logistikflächen (49 %)

1.985.187 m2 Logistik Klasse A

1.440.592 m2 Logistik Klasse B

608.748 m2 Logistik Klasse C

© OTTO Immobilien GmbH

Quelle: Vienna Research Forum

2.3 Leerstand

Mit Abschluss des zweiten Halbjahres 2025 wurde durch das Vienna Research Forum (VRF), dessen Mitglied OTTO Immobilien ist, erstmalig eine Leerstandsrate für bedarfs- gerechte, flexible und drittverwendbare Logistik- und Industrieflächen erhoben. Diese lag zuletzt bei 4,0 %. Auf- fällig ist jedoch, dass viele jüngst fertiggestellte Industrie-/ Logistikprojektentwicklungen noch Leerstände aufweisen. In ausschließlich für die Drittverwendung konzipierten Projekten, deren Fertigstellung für 2024 bis 2026 geplant ist, beträgt die Leerstandsrate derzeit rund 43 %.

Sollten die projektierten Fertigstellungszeiträume dieser Vorhaben bestehen bleiben, erwarten wir einen erheb- lichen Anstieg der Leerstandsrate im Verlauf des Jahres 2026, welcher sich 2027 fortsetzen wird.

10

2.4 Flächenumsatz

Insgesamt betrug der Flächenumsatz in Objekten, welche den Kriterien des Vienna Research Forums (VRF) ent- sprechen, im Gesamtjahr 2025 104.357 m², was erneut einem Rückgang von zuletzt 11 % gegenüber dem Vor- jahreszeitraum bedeutet (Gesamtjahr 2024: 117.325 m²). Der größte Flächenumsatz fand mit rund 25.000 m² im Submarkt Wien Umland Süd statt und entsprach damit rund 24 % der im Jahr 2025 auf dem Logistik- und Indus- triemarkt umgesetzten Fläche. Neben dieser Vermietung gab es nur noch eine weitere Verwertung in Form einer Inbetriebnahme mit mehr als 10.000 m² – ebenfalls im Submarkt Wien Umland Süd.

Die im Folgeabschnitt dargestellten Verwertungsanteile zeigen, dass das Fertigstellungsvolumen aufgrund der weiterhin schwachen Nachfrage gegenwärtig nicht ab- sorbiert wird. Vor allem die hohen Angebotspreise für die neuen hochmodernen Flächen treffen nicht immer un- mittelbar die Vorstellungen der potenziellen Nutzer:innen. Gleichzeitig entstehen Konkurrenzprojekte in Nachbar- ländern, welche ein niedrigeres Preisniveau aufweisen. Aufgrund dieser Umstände sowie der derzeit allgemein herausfordernden globalen Rahmenbedingungen, welche sich ebenfalls auf den Immobilienmarkt auswirken, er- warten wir für 2026 einen nochmals geringeren Flächen- umsatz von insgesamt rund 80.000 m².

Flächenumsatz

255.734

139.613

117.325

115.374

104.357

80.000

2021

2022

2023

2024

2025

2026

in m² ● Realisierter Flächenumsatz ● Prognose Flächenumsatz

© OTTO Immobilien GmbH

2.5 Ausgewählte Flächenumsätze

Mieter

Submarkt

Fläche in m2 25.000

Vermietungszeitraum

DIY Retail

Wien Umland Süd Wien Umland Ost Wien Umland Nord

H2 2025 H2 2025 H2 2025 H2 2025

Textil

7.000 6.800 6.260

KFZ-Handel

Freizeit

Wien Nord

11

2.6 Fertigstellungen

Nach den beiden – bezogen auf das Fertigstellungsvolu- men – sehr starken Jahren 2024 und 2025 mit im Durch- schnitt etwa 300.000 m² neuer Fläche pro Jahr, welche sich auf Projekte in allen Submärkten verteilt, folgt nun mit dem Jahr 2026 ein starker Rückgang: Lediglich rund 79.000 m² an Industrie- und Logistikflächen in Form von drei Projekten sollen in diesem Jahr fertiggestellt werden. Dieses geringe Volumen resultiert aus der Verschiebung zahlreicher Projekte auf 2027. Nach derzeitigem Stand (Frühjahr 2026) sollen im Laufe des Jahres 2027 dem- nach mehr als 250.000 m² an Fläche fertiggestellt werden.

In diesem Zusammenhang ist es jedoch wichtig zu be- achten, dass ein Großteil – nämlich insgesamt 97 % der in diesen beiden Jahren 2026 und 2027 geplanten Fläche – zur Fremdnutzung konzipiert ist. Zuletzt waren davon jedoch nur rund 5 % bereits vermietet oder vorvermietet. Aus diesem Grund und der, wie bereits im Zusammen- hang mit dem Flächenumsatz erwähnten allgemein her- ausfordernden geopolitischen Lage und damit verbunden der Marktsituation, erwarten wir weitere Verschiebungen nach hinten.

Projektfertigstellungen gewichtet nach Nutzfläche 2025 bis 2027

↗ Brno (CZ)

A5

KREMS

S3

S1

Wien Umland Nord

S5

KORNEUBURG

Bahn

S33

A22

Bahn

S1

Bahn

Wien Nord

Bahn

Wien West

A23

ST. PÖLTEN

Wien Ost

A1

A1

Wien Süd

← Linz

St. Pölten

S1

Wien Umland Süd

→ Bratislava (SK)

A4

Wien Umland Ost

A21

A6

Bahn

Wr. Neustadt-Baden

A4

Budapest (H) ↘

A3

A2

Eisenstadt

Bahn

EISENSTADT

WR. NEUSTADT

geringer Flächen- zuwachs

hoher Flächen- zuwachs

Graz ↙

© OTTO Immobilien GmbH

Quelle: Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV), OpenStreetMap contributors, ÖBB-Infrastruktur AG, Umweltbundesamt GmbH & European Union

12

Ausgewählte Projekte

© MLP

© Panattoni

© CTP

MLP City Park

Wien Südost

CTPark St. Pölten Nord SPN2

1110 Wien Submarkt: Wien Ost 5.000 m² Fertigstellung Q4 2027

2325 Himberg Submarkt: Wien Umland Süd 23.000 m² Fertigstellung Q4 2027

3131 Inzersdorf ob der Traisen Submarkt: St. Pölten 28.000 m² Fertigstellung Q4 2027

© OTTO Immobilien GmbH

Fertigstellungsvolumen

371.133

255.672

228.453

146.000

79.100

60.000

2022

2023

2024

2025

2026

2027

in m² ● Fertigstellungsvolumen

© OTTO Immobilien GmbH

13

2.7 Preise Die Mietentwicklung 2026 zeigt insgesamt nur wenige Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Vor allem die Neubau-Mieten haben sich in nahezu allen Submärkten stabil entwickelt. Anpassungen konzentrieren sich primär auf den Bestand: In Wien Nord sind Zuwächse zu beob- achten, während Wien Ost deutliche Rückgänge verzeich- net. Auch in Wien Süd kommt es zu moderaten Preisrückgängen im Bestand. Im Wiener Umland

zeigt sich ein gemischtes Bild: Während die Neubaupreise konstant bleiben, gibt es im nördlichen Umland sowohl Rückgänge als auch punktuelle Anstiege im Bestand. Die übrigen Umlandregionen sowie periphere Märkte wie Eisenstadt, Wiener Neustadt/Baden und St. Pölten bleiben weitgehend unverändert. Insgesamt beschränken sich die Marktbewegungen auf selektive Korrekturen im Bestandssegment.

Mietpreise nach Submärkten

8,00

7,75

7,75

7,75

7,70

7,50

7,50

7,50

7,30

7,20

7,00

6,90

6,90

7,00

7,00

7,00

7,00

7,00

6,70

6,50

6,50

6,50

6,50

6,50

6,30

6,00

6,00

6,00

5,90

6,00

6,00

6,00

6,00

5,90

5,50

5,50

5,50

5,50

5,00

5,00

5,00

5,00

5,00

4,90

4,80

4,50

4,50

4,50

4,00

3,50

3,00

2,50

2,00

1,50

1,00

0,50

0

Wien Nord

Wien Ost

Wien Süd

Wien West

Wien Umland Nord

Wien Umland Ost

Wien Umland Süd

Eisenstadt Wiener Neustadt- Baden

St. Pölten

in Euro/m²/Monat netto ● Neubau 2026 ● Neubau 2025 ● Bestand 2026 ● Bestand 2025

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14

Die Grundstückspreise in Top-Lagen steigen aufgrund der restriktiven Bodenpolitik stetig an, während sich in peri- pheren Regionen zunehmend eine Stabilisierung abzeich- net. Da Neuwidmungen seltener werden, rückt das Recycling bereits gewidmeter Flächen – sogenannter Brownfields – verstärkt in den Fokus. Insbesondere für solche Areale in attraktiven Lagen hält der preisliche

Aufwärtstrend unvermindert an. Die höchsten Preise werden nach wie vor im Submarkt Wien Süd mit rund 550 Euro/m² gezahlt.

Grundstückspreise nach Submärkten

800

750

700

650

600

550,-

550

500

450,-

450

400,-

400

370,-

350,-

350

330,-

350,-

300,-

300

300,-

250

250,-

250,-

230,-

200,-

200

150,-

150

150,-

120,-

120,-

100

100,-

50

60,-

50,-

0

Wien Nord

Wien Ost

Wien Süd

Wien West

Wien Umland Nord

Wien Umland Ost

Wien Umland Süd

Eisenstadt Wiener Neustadt- Baden

St. Pölten

in Euro/m²/Monat netto ● 2026 ● 2025

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15

VGP Park Ehrenfeld OÖ Grundstücksfläche 189.367 m² Vermietbare Fläche 77.759 m² Verfügbare Fläche 65.043 m²

16

Durchschnittsmieten und Grundstückspreise

Lage

Zustand

Logistik- und Produktionsflächen Durchschnittsmieten in Euro pro m² 1)

Grundstückspreise durchschnittliche Angebotspreise in Euro pro m² 2)

Neubau Bestand Neubau Bestand Neubau Bestand Neubau Bestand Neubau Bestand Neubau Bestand Neubau Bestand Neubau Bestand Neubau Bestand Neubau Bestand

7,00 bis 7,75 6,30 bis 7,20 7,00 bis 7,50 4,80 bis 6,50 7,00 bis 7,75 6,00 bis 7,30 7,00 bis 7,75 6,00 bis 7,50 6,50 bis 7,00 5,00 bis 6,70 5,50 bis 6,50 5,00 bis 6,00 6,50 bis 7,70 5,90 bis 6,90 5,00 bis 6,00 4,50 bis 5,50 6,00 bis 6,90 4,90 bis 6,00 5,50 bis 5,90 4,50 bis 5,00

Wien Nord

250,00 bis 370,00

-

Wien Ost

230,00 bis 330,00

-

Wien Süd

350,00 bis 550,00

-

Wien West

300,00 bis 450,00

-

Wien Umland Nord

150,00 bis 300,00

-

Wien Umland Ost 3)

100,00 bis 200,00

-

Wien Umland Süd

250,00 bis 400,00

-

Eisenstadt

50,00 bis 150,00

-

Wiener Neustadt-Baden

120,00 bis 350,00

-

St. Pölten

60,00 bis 120,00

-

Stand Frühjahr 2026

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1) Die genannten Mietpreise verstehen sich exkl. Betriebskosten, Nebenkosten und Umsatzsteuer sowie Investitionsmieten aufgrund von gebäudeseitigen Nachrüstungen. Darüber hinaus gelten die Ansätze ohne anteilige Büroflächen. Ausnahme: Paketverteilungszentren 2) Grundstücke bereits aufgeschlossen 3) Ausnahme: Flughafen Wien-Schwechat und direkte Nachbarlagen

Neubau: Objekte, die seit 2020 errichtet wurden Bestand: Objekte, die vor 2020 errichtet wurden, mindestens Klasse A entsprechen und drittverwendungsfähig sind

Nebenkosten von Logistik- und Produktionsflächen

Bei Logistikobjekten mit relativ geringem Büroanteil liegen diese Nebenkosten im Durchschnitt zwischen 1,00 und 2,30 Euro pro m² und Monat. Bei Produktionsflächen oder Mischnutzungen mit höherem Büroanteil können die Objektnebenkosten durchaus erheblich höher liegen. Zu den üblichen Kostenelementen gehören u. a.:

+ Wartung der Brandschutzeinrichtungen inkl. Hydranten, Sprinkleranlagen

+

Grundsteuer

+ Versicherung gegen Feuer-, Sturm- und Leitungswasserschäden + Grundstückshaftpflichtversicherung + Gebäudehaftpflichtversicherung + Feuerhaftungsversicherung, Umweltversicherung + Wasserversorgung für die Gemeinflächen/Außenflächen + Straßenreinigung, Schneeräumung und Müllbeseitigung auf Außenflächen + Heizungs- und Warmwasserversorgungsanlagen

Rauchfangkehrungen, Kanalreinigungen

+

Wasserversorgung und Entwässerung

+

+ Beleuchtung der Außen- und Verkehrsflächen

Grünflächenpflege

+

+ Ungezieferbekämpfung in den Außenbereichen

Liftwartung

+

Objektbetreuung

+

17

03 Submärkte Wien/Umge- bung im Detail

Die folgenden Seiten widmen sich den vom Vienna Research Forum (VRF) definierten Submärkten. Acht der zehn Submärkte werden dabei in detaillierter Form präsentiert und die wichtigsten Informationen wie Lage, Infrastruktur und ihre Entwicklung in Form der wesentlichen Kennzahlen vorgestellt. Für die drei im Jahr 2024 hinzugekommenen Submärkte sind derzeit noch nicht alle Daten historisch verfügbar, weshalb diese erst in zukünftigen Marktberichten im selben Detailgrad wie die restlichen Submärkte abgebildet werden können.

3.1 Übersicht

Übersicht Submärkte

↗ Brno (CZ)

A5

KREMS

S3

S1

Wien Umland Nord

S5

KORNEUBURG

Bahn

S33

A22

Bahn

S1

Bahn

Wien Nord

Bahn

Wien West

A23

ST. PÖLTEN

Wien Ost

A1

A1

Wien Süd

← Linz

St. Pölten

S1

Wien Umland Süd

→ Bratislava (SK)

A4

Wien Umland Ost

A21

A6

Bahn

Wr. Neustadt-Baden

A4

Budapest (H) ↘

A3

A2

Eisenstadt

Bahn

EISENSTADT

WR. NEUSTADT

Graz ↙

Quelle: Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV), OpenStreetMap contributors, ÖBB-Infrastruktur AG, Umweltbundesamt GmbH & European Union

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Submarkt

Gesamtfläche in m2

Logistikfläche in m2

Industriefläche in m2

Flächenumsatz 2025 in m2

Flächenumsatz 2024 in m2

16.237

Wien Nord Wien Ost Wien Süd Wien West

795.184 668.512 1.136.984

314.021 294.482 561.009

481.163 374.030 575.975 23.000 802.623 161.000 470.707 106.000 1.186.800

13.380

-

-

8.638

10.685

-

44.823

21.823

-

9.144 12.739 42.027

Wien Umland Nord Wien Umland Ost Wien Umland Süd

1.263.683

461.060 803.156 837.728 100.100 407.761 233.387

11.800 69.213 12.247

964.156

1.308.435

Eisenstadt

206.100

-

- - -

Wiener Neustadt-Baden

1.594.561 263.687 8.246.125

15.572

St. Pölten

30.300

-

Gesamt

4.034.527

4.211.598

104.357

117.325

Quelle: Vienna Research Forum

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19

3.2 Wien Nord

Der Submarkt Wien Nord umfasst die Bezirke 21 (Florids- dorf) und 22 (Donaustadt) nördlich der Donau. Der Anteil an Bestandsgebäuden ist im Vergleich zu den anderen Submärkten sehr hoch. Es gibt kaum Logistikobjekte der Kategorie A, da diese meist für den Eigenbedarf errichtet wurden, darunter das IKEA-Distributionszentrum. Im 21. Bezirk liegen die Schwerpunkte in Strebersdorf, entlang der Brünner Straße und rund um die Siemensstraße mit etablierten Arealen für Industrie und Gewerbe. Im 22. Bezirk liegt der Schwerpunkt entlang der A23/S2 von Hirschstetten bis zur Hermann-Gebauer-Straße aufgrund der guten Anbindung an das Straßennetz, was vermehrt die Ansiedlung von Logistikimmobilien begünstigt. 2025 wurde mit dem MLP Business Park Wien in der Breiten- leer Straße der erste urbane Logistikpark Wiens fertig- gestellt.

Mit einem erreichten Flächenumsatz von insgesamt 16.237 m² an dem VRF-Standard entsprechenden Flächen stellt 2025 das stärkste Jahr seit 2020 dar. 2026 sollen nach derzeitigem (Frühjahr 2026) Wissens- stand keine Projekte fertiggestellt werden. Erst 2027 soll es weitere Fertigstellungen in Form von zwei Projekten (insgesamt rund 49.000 m²) geben. Die Mietpreise im Submarkt Nord für Neubauobjekte haben sich stabil entwickelt und liegen aktuell maximal bei 7,75 Euro/m²/Monat, was auch 2026 unverändert der Spitzenmiete im gesamten Wiener Umland entspricht. Die Bestandsmieten sind dagegen leicht gestiegen auf max. 7,20 Euro/m²/Monat, je nach Zustand und Ausstattung.

16.237 m 2

795.184 m 2

7,75

Gesamtfläche

Flächenumsatz 2025

Euro/m2/Monat netto Spitzenmiete Neubau

5-Jahres-Entwicklung Flächenumsatz

5-Jahres-Entwicklung Preise

18

9,0

16

8,0

14

7,0

12

6,0

5,0

10

8

4,0

6

3,0

4

2,0

2

1,0

0

0

2021

2022

2023

2024

2025

2022

2023

2024

2025

2026

in Tausend m² ● Flächenumsatz

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in Euro/m2/Monat netto ● Mietpreis Neubau

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20

3.3 Wien Ost

Die im Submarkt Wien Ost ansässigen Logistikzentren in St. Marx und Erdberg im 3. Bezirk Wiens, nahe der A23/ Südosttangente, stellen die am weitesten vom Zentrum entfernten innerstädtischen Lagen dar. Zusätzliche Pro- duktions- und Logistikanlagen befinden sich beim Kraft- werk Simmering ostwärts der Haidequerstraße. Der Freudenauer Hafen im Südosten Wiens an der Donau, mit trimodaler Anbindung und internationalen Zugverbindun- gen, ist ein relevanter intermodaler Standort. Die den Submarkt Wien Ost umgebenden Betriebs- und Logistik- cluster, einschließlich des Alberner Hafens, erstrecken sich bis zur A4 (Ostautobahn). Mit dem FIEGE Logistikzentrum Wien in der 7. Haidequer- straße wurde der Submarkt 2025 um rund 20.000 m² Fläche erweitert. Für das Jahr 2027 sind nach

derzeitigem (Frühjahr 2026) Stand knapp 12.000 m² an Fläche in Form zweier Projekte geplant.

Während die Mietpreise für Neubauobjekte annähernd stabil blieben und unverändert maximal 7,50 Euro/m²/ Monat erreichen, konnten im Bestandssegment er- hebliche Preiskorrekturen nach unten beobachtet werden – die Mietpreise starten aktuell bei 4,80 Euro und erreichen bis zu 6,50 Euro/m²/Monat.

0 m 2

668.512 m 2

7,50

Gesamtfläche

Flächenumsatz 2025

Euro/m2/Monat netto Spitzenmiete Neubau

5-Jahres-Entwicklung Flächenumsatz

5-Jahres-Entwicklung Preise

10

9,0

9

8,0

8

7,0

7

6,0

6

5,0

5

4,0

4

3,0

3

2,0

2

1,0

1

0

0

2021

2022

2023

2024

2025

2022

2023

2024

2025

2026

in Tausend m² ● Flächenumsatz

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in Euro/m2/Monat netto ● Mietpreis Neubau

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21

3.4 Wien Süd

Der Submarkt Wien Süd umfasst die beiden Wiener Ge- meindebezirke Liesing und Favoriten und zählt zu den gefragtesten Industriestandorten der Stadt. Als eines der größten Betriebsgebiete Österreichs verfügt er über eine sehr gute Verkehrsanbindung, sowohl für den Individual- verkehr über die A23, A21 und A2 als auch durch den öffentlichen Verkehr, unter anderem mit der U-Bahnlinie U6. Die Standortstruktur bietet vielfältige Nutzungsmög- lichkeiten für Logistik- und Industriebetriebe, die jeweils rund 50 % der gesamten Nutzfläche im Submarkt aus- machen. Mit mehr als 1,1 Mio. m² Industrie- und Logistik- flächen ist Wien Süd der größte Submarkt innerhalb der Wiener Stadtgrenzen. Mit insgesamt rund 8.700 m² an umgesetzter Fläche wurde im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 ein um 19 % geringerer Flächenumsatz erzielt. Dieser Wert stellt für den Submarkt ein unterdurchschnittliches Ergebnis dar.

Die jüngsten Fertigstellungen im Submarkt Wien Süd er- folgten im Jahr 2024. Dabei wurden im Rahmen von zwei Projekten insgesamt rund 29.000 m² realisiert, wovon etwa 24.000 m² auf die Bauteile 3 und 4 des City Park Vienna entfielen. Zum letzten Erhebungszeitpunkt im Frühjahr 2026 waren keine weiteren Projekte in Planung. Wien Süd zählt weiterhin zu den drei Submärkten mit den höchsten Spitzenmieten im Neubausegment. Diese liegen unverändert bei 7,75 Euro/m²/Monat und entsprechen damit dem Niveau des Jahres 2025. Im Bestandssegment hat sich hingegen eine leichte Anpassung nach unten ergeben. Die Mieten bewegen sich aktuell in einer Spanne von 6,00 bis 7,30 Euro/m²/Monat und liegen damit etwas unter dem Vorjahresniveau.

8.638 m 2

1.136.984 m 2

7,75

Gesamtfläche

Flächenumsatz 2025

Euro/m2/Monat netto Spitzenmiete Neubau

5-Jahres-Entwicklung Flächenumsatz

5-Jahres-Entwicklung Preise

60

9,0

8,0

50

7,0

40

6,0

5,0

30

4,0

20

3,0

2,0

10

1,0

0

0

2021

2022

2023

2024

2025

2022

2023

2024

2025

2026

in Tausend m² ● Flächenumsatz

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in Euro/m2/Monat netto ● Mietpreis Neubau

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22

3.5 Wien West

Der Submarkt Wien West, der die Bezirke 13 bis 19 um- fasst, ist aufgrund seines vergleichsweise geringen An- gebots an Industrie- und Logistikflächen der kleinste der in diesem Bericht dargestellten Submärkte und verfügt über eine Gesamtfläche von knapp 45.000 m². Das Be- triebsgebiet rund um Auhof, unmittelbar an der Auffahrt zur A1 Westautobahn gelegen, bildet den zentralen Schwerpunkt für gewerbliche Nutzungen. Mit Ausnahme des Jahres 2022, in dem ein Flächenum- satz von knapp 8.000 m² erzielt wurde, bleibt seit 2019 ein nennenswerter Umsatz aus. Dies ist insbesondere auf das fehlende Flächenangebot infolge ausbleibender Projekt- fertigstellungen in den vergangenen Jahren zurückzu- führen. Mit Stand Frühjahr 2026 befinden sich weder Projekte in Planung noch in Umsetzung.

Die Spitzenmiete für Neubauobjekte liegt weiterhin bei 7,75 Euro/m²/Monat und entspricht damit unverändert der Spitzenmiete über alle Submärkte hinweg. Die Grund- stückspreise haben sich hingegen erhöht und bewegen sich aktuell in einer Spanne von 300 bis 450 Euro/m², was einen Anstieg gegenüber 2025 darstellt.

0 m 2

44.823 m 2

7,75

Gesamtfläche

Flächenumsatz 2025

Euro/m2/Monat netto Spitzenmiete Neubau

5-Jahres-Entwicklung Flächenumsatz

5-Jahres-Entwicklung Preise

10

9,0

9

8,0

8

7,0

7

6,0

6

5,0

5

4,0

4

3,0

3

2,0

2

1,0

1

0

0

2021

2022

2023

2024

2025

2022

2023

2024

2025

2026

in Tausend m² ● Flächenumsatz

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in Euro/m2/Monat netto ● Mietpreis Neubau

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23

3.6 Wien Umland Nord

Der Submarkt Wien Umland Nord erstreckt sich von Stockerau über Großebersdorf/Hagenbrunn und Wolkersdorf bis zur Donau im Bereich des Flughafen Wien und grenzt vollständig an den Submarkt Wien Nord. Hier sind vor allem Klein- und Mittelbetriebe aus der In- dustrie ansässig. Dank der guten Anbindung entlang der S2 hat die Logistikbranche die Standortvorteile erkannt. Im letzten Jahrzehnt wurden Logistikobjekte der Kate- gorie A errichtet, wodurch die Attraktivität der Region nachhaltig gesteigert wurde. Seit 2023 entwickelt sich der Flächenumsatz rückläufig. Für das Jahr 2025 wurden rund 9.100 m² an Industrie- und Logistikflächen umgesetzt. Gegenüber 2024 ent- spricht dies einem Rückgang von 23 %.

2025 wurden insgesamt rund 63.200 m² an Flächen neu errichtet – darunter ein Projekt von EQT Exeter mit einer Gesamtfläche von 26.000 m² sowie mehrere Projekte zur Eigennutzung. Für das Jahr 2027 ist zum Stand der Da- tenerhebung (Frühjahr 2026) die Fertigstellung eines Projektes von CTP geplant. Darüber hinaus sind noch keine weiteren konkreten Planungen bekannt. Im Neubausegment liegt die Spitzenmiete mit Stand Früh- jahr 2026 weiterhin bei 7,00 Euro/m²/Monat und ent- spricht damit dem durchschnittlichen Niveau der Spitzen- mieten aller Submärkte. Im Bestandssegment ist hingegen eine Abschwächung zu verzeichnen. Die erzielbaren Mieten bewegen sich aktuell in einer Spanne von 5,00 bis 6,70 Euro/m²/Monat.

9.144 m 2

1.263.683 m 2

7,00

Gesamtfläche

Flächenumsatz 2025

Euro/m2/Monat netto Spitzenmiete Neubau

5-Jahres-Entwicklung Flächenumsatz

5-Jahres-Entwicklung Preise

60

9,0

8,0

50

7,0

40

6,0

5,0

30

4,0

20

3,0

2,0

10

1,0

0

0

2021

2022

2023

2024

2025

2022

2023

2024

2025

2026

in Tausend m² ● Flächenumsatz

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in Euro/m2/Monat netto ● Mietpreis Neubau

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24

3.7 Wien Umland Ost

Das im Submarkt liegende Schwechat, die östlich von Wien gelegene Schnittstelle zwischen Stadt und Umland, beherbergt wichtige Industrieansiedlungen und den Wie- ner Flughafen und ist Ausgangspunkt eines Entwicklungs- gürtels bis Fischamend-West, welcher stark durch Luftfracht, Speditionen und KEP-Dienste geprägt ist. 2025 wurde ein Flächenumsatz von 12.739 m² erzielt. Im Vergleich zu 2024 entspricht dies einem Rückgang von 82 %. In Relation zum 5-Jahresdurchschnitt von 64.147 m² wird deutlich, dass dies ein für den Submarkt Wien Um- land Ost schwaches Ergebnis darstellt. Im Submarkt Wien Umland Ost ist seit 2021 rege Bautätig- keit zu beobachten. Im Spitzenjahr 2024 wurden hier ca. 197.000 m² Industrie- und Logistikflächen fertiggestellt. 2025 nahm das Fertigstellungsvolumen zwar ab auf

23.000 m², jedoch sind für 2026 und 2027 erneut jeweils rund 40.000 m² in Form von insgesamt drei Projekten geplant, darunter zwei Bauteile des CTPark Kittsee. Das Mietpreisniveau erreicht im Neubaubereich unver- ändert 6,50 Euro/m²/Monat. Im Bestandssegment hat sich die Preisspanne dagegen verschmälert durch eine Korrektur der Spitzenmiete nach unten: Diese liegt mit Stand Frühjahr 2026 nun bei 6,00 Euro/m²/Monat.

12.739 m 2

964.156 m 2

6,50

Gesamtfläche

Flächenumsatz 2025

Euro/m2/Monat netto Spitzenmiete Neubau

5-Jahres-Entwicklung Flächenumsatz

5-Jahres-Entwicklung Preise

160

9,0

8,0

140

7,0

120

6,0

100

5,0

80

4,0

60

3,0

40

2,0

20

1,0

0

0

2021

2022

2023

2024

2025

2022

2023

2024

2025

2026

in Tausend m² ● Flächenumsatz

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in Euro/m2/Monat netto ● Mietpreis Neubau

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25

3.8 Wien Umland Süd

Wien Umland Süd zählt zu den wirtschaftlich stärksten Regionen Österreichs. Besonders der Wirtschaftspark IZ NÖ-Süd hebt sich mit seiner hervorragenden Anbindung und 280 ha an Grundstücksfläche mit Industriewidmung als eines der wichtigsten und meistgefragten Areale des Landes hervor. Der Standort zeichnet sich durch den direkten Zugang zu wichtigen Verkehrsrouten wie der A2 Südautobahn, den Bundesstraßen B11 und B17, der A3 in Richtung Eisenstadt, der A21 nach St. Pölten und der Wie- ner Südumfahrung (S1) aus. Öffentlich ist das Gebiet über die Badner Bahn, die Südbahn und verschiedene Buslinien gut erreichbar. Wien Umland Süd belegt nach Industrie- und Logistik- fläche Platz zwei. 16 % der Gesamtfläche aller Submärkte entfallen auf ihn, wobei der Anteil an Logistikflächen im Vergleich zu Industrieflächen höher ist. 2025 wurden 42.027 m² Flächenumsatz erhoben. Dies entspricht 40 %

des Umsatzes über alle Submärkte. Dies unterstreicht die hohe Bedeutung des Submarkts als Standort mit beson- ders hoher Marktdynamik. 2025 wurden im Submarkt drei Projekte mit insgesamt knapp 46.000 m² Fläche fertiggestellt, darunter Bauteil 2 des VGP Park Laxenburg (Titelbild). Für 2026 ist nach derzeitigem Stand (Frühjahr 2026) kein Projekt geplant, die nächsten Fertigstellungen sollen erst 2027 erfolgen. Im Submarkt Wien Umland Süd war in den Jahren 2021 bis 2024 insbesondere bei Neubauobjekten ein kontinu- ierlicher Anstieg der Mietpreise zu beobachten, wobei die Spitzenmiete jährlich um rund 0,50 Euro/m²/Monat zu- legte. Diese Entwicklung hat sich seither etwas stabilisiert: Die Spitzenmiete für Neubauobjekte liegt aktuell bei 7,70 Euro/m²/Monat. Im Bestandssegment zeigt sich weiterhin ein stabiles Preisniveau, mit einer Spitzenmiete von bis zu 6,90 Euro/m²/Monat.

42.027 m 2

1.308.435 m 2

7,70

Gesamtfläche

Flächenumsatz 2025

Euro/m2/Monat netto Spitzenmiete Neubau

5-Jahres-Entwicklung Flächenumsatz

5-Jahres-Entwicklung Preise

100

9,0

90

8,0

80

7,0

70

6,0

60

5,0

50

4,0

40

3,0

30

2,0

20

1,0

10

0

0

2021

2022

2023

2024

2025

2022

2023

2024

2025

2026

in Tausend m² ● Flächenumsatz

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in Euro/m2/Monat netto ● Mietpreis Neubau

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26

3.9 St. Pölten

Der 2024 neu in den Analyseraum des VRF aufgenom- mene Submarkt St. Pölten, der Teile des niederöster- reichischen Zentralraums umfasst, zeichnet sich durch eine sehr gute Anbindung an zentrale nationale Verkehrs- achsen aus, insbesondere an die A1 sowie die S33 und die unmittelbar angrenzende S5. Seit der Fertigstellung der Westbahnstrecke verfügt der Standort zudem über eine attraktive Anbindung an internationale Bahnverbindungen. Ergänzend erweitert der nahegelegene Donauhafen Krems das Einzugsgebiet durch ein trimodales Container- terminal mit Anbindung an Schiene, Straße und Binnen- schifffahrt. Insgesamt nimmt St. Pölten als Verkehrs- knotenpunkt und bedeutender Wirtschaftsstandort im niederösterreichischen Zentralraum sowie in der „Vienna Region“ eine zentrale Rolle ein. Das vorhandene Flächen- potenzial sowie die moderaten Grundstückspreise werden den Submarkt auch zukünftig als attraktive Alternative zum Großraum Wien auszeichnen.

Der Developer CTP entwickelt in Herzogenburg ein Pro- jekt mit einer Nutzfläche von insgesamt knapp 70.000 m². Ein Bauteil wurde bereits 2025 fertiggestellt, 2026 und 2027 soll jeweils ein weiterer Folgen. Insgesamt soll im Jahr 2027 der Bau zweier Projekte mit gemeinsam knapp 39.000 m² an Flächen abgeschlossen werden. Die Mietpreise für Neubauflächen in diesem Bereich liegen mit Stand Frühjahr 2026 unverändert zwischen 5,50 und 5,90 Euro/m²/Monat. Grundstücke werden weiterhin – abhängig von der Lage – in einer Spanne von 60 bis 120 Euro/m² gehandelt.

0 m 2

263.687 m 2

5,90

Gesamtfläche

Flächenumsatz 2025

Euro/m2/Monat netto Spitzenmiete Neubau

geringe Anzahl Logistikstandorte

hohe Anzahl Logistikstandorte

Herzogenburg

Purkersdorf

Sankt Pölten

Böheimkirchen

Neulengbach

Pressbaum

Wilhelmsburg

Quelle: Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen (BEV), OpenStreetMap contributors, ÖBB-Infrastruktur AG, Umweltbundesamt GmbH & European Union

27

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