Fabian Weyss (DLH) sieht das anders: „Ich glaube nicht, dass die Big Box deswegen tot ist." Österreich liege strate- gisch günstig, man könne von hier aus sternförmig Zent- raleuropa bedienen. Zudem kämen neue Nachfragetreiber – der Defense-Sektor, der von Deutschland aus zeitver- setzt auch die österreichische Zulieferindustrie erfassen werde, und Datacenter, die im Umfeld Logistikflächen benötigten. Auch die rund die Hälfte des Bestands aus- machenden B- und C-Flächen seien mittel- bis langfristig nicht mehr tragfähig – hier entstehe ein Ersatzbedarf im A-Segment. Armen Gevorkian (Propel) differenziert entlang der Geo- grafie: „Die Big Box ist für den österreichischen Korridor weniger relevant." Für großflächige europäische Verteil- zentren sei der Markt zu klein, zu teuer, topografisch zu
eng – Slowakei, Ungarn, Tschechien und die Adria-Route seien hier schwer zu schlagen. In Deutschland beobachte er parallel einen massiven Flächen-Take-up durch chine- sische E-Commerce-Anbieter und durch Amazon; diese Dynamik werde Österreich mit der üblichen Latenz er- reichen. Die Zukunft liege aber weniger in der 10-Hektar- Halle auf der grünen Wiese als in urbaner Logistik in und rund um Wien. Standort Österreich im europäischen Vergleich Wie wettbewerbsfähig ist Österreich im internationalen Umfeld tatsächlich?
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