Industrie- und Logistik Marktbericht Frühjahr 2026

Stimmen aus dem Markt: Wohin entwickelt sich der Wiener Logistikmarkt?

V. l. n. r.: Martin Denner, Anthony Crow, Wolfgang von Poellnitz, Anna-Viktoria Wiedner, Ralph Leitner, Carmen Dilch, Eugen Otto, Alexandra Fischer, Jakob Hoyos, Franz Kastner, Caroline Samwald, Peter Falb, Fabian Weyss, Alexandra Puchner, Romano Tafaj, Andreas Liebsch

Konjunkturdelle oder strukturelle Verschiebung? Ist die aktuelle Lage am Logistikmarkt aus Ihrer Sicht eher eine konjunkturelle Delle oder ein struktureller Wandel? Franz Kastner (GARBE) ordnet die Situation als temporär ein. Ähnliche Beobachtungen mache man derzeit in vielen europäischen Ländern, speziell am Standort Wien handle es sich weniger um ein strukturelles Problem. „Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage auch wieder anzieht." Spürbar weggebrochen seien in den letzten Jahren vor allem jene 3PL-Nutzer, die zuvor den Löwenanteil des Flächenumsatzes ausgemacht hätten.

Caroline Samwald (CTP) sieht das differenzierter: „Die Wahrheit ist ein bisschen in der Mitte." Es sei tatsächlich vieles als Standardfläche ohne konkreten Nutzer gebaut worden. „Man hat vielleicht ein bisschen vergessen, dass man Flächen auch auf Mieter zuschneiden muss." Heute hätten Mieter deutlich spezifischere Anforderungen – höhere Bodentraglasten, WGK-Folien für wassergefähr- dende Stoffe, spezielle Kühlmöglichkeiten –, und genau hier tue sich das klassische Standardprodukt schwer. „Man muss strukturell mehr auf die Mieter eingehen als in den vergangenen Jahren." Peter Falb (MLP) bestätigt den Befund aus der Praxis: Wer spekulativ baue, müsse mit dieser Konsequenz leben – und es sei in den vergangenen Jahren sehr viel spekulativ gebaut worden. Die wirtschaftliche Lage führe dazu, dass

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