Industrie- und Logistik Marktbericht Frühjahr 2026

1.1 Österreich als Industrie- und Logistikstandort

Österreich verfügt über ein sehr gut ausgebautes und leistungsfähiges Verkehrsnetz, das alle wesentlichen Transportmodi – Straße, Schiene, Wasser und Luft – um- fasst und eine ausgezeichnete internationale Anbindung gewährleistet. Insbesondere der Schienengüterverkehr wird aufgrund seines vergleichsweise moderaten Kosten- niveaus von Branchenexpert:innen als bedeutender Standortvorteil wahrgenommen. Davon profitieren glei- chermaßen Speditionen, Logistikdienstleister, Projektent- wickler, Investoren sowie Industriebetriebe. Ergänzend tragen die wirtschaftliche und soziale Stabilität sowie das international anerkannte Logistik-Know-how zur Attrakti- vität des Standorts Österreich bei, ebenso wie die Verfüg- barkeit gut ausgebildeter Fachkräfte, die von Industrie- betrieben als wesentlicher Pluspunkt geschätzt wird. Die hohe Leistungsfähigkeit des österreichischen Logistik- sektors spiegelt sich auch im Logistik Performance Index (LPI) der Weltbank wider: Im Jahr 2023 belegte Öster- reich unter 139 Ländern mit einem Wert von 4 den 7. Platz. Um diese Position im internationalen Vergleich weiter zu verbessern und den bereits hohen Anteil nachhaltiger Verkehrsträger (Modal Split) weiter auszubauen, sehen Fachleute insbesondere im verstärkten Ausbau des multi- modalen Güterverkehrs sowie entsprechender Güter- terminals großes Potenzial. Gleichzeitig werden jedoch

vergleichsweise hohe Lohnkosten und weniger flexible Arbeitszeitmodelle im Vergleich zu Nachbarländern wie Ungarn, der Slowakei und Tschechien als Wettbewerbs- nachteil wahrgenommen. Die österreichische Verkehrsinfrastruktur ist in das euro- päische System der Transeuropäischen Netze (TEN-V) eingebettet und nimmt dadurch eine zentrale Rolle im europäischen Güterverkehr ein. Österreich liegt an drei bedeutenden Verkehrskorridoren: der Brennerachse, der Rhein-Donau-Achse und der Baltisch-Adriatischen Achse. Insbesondere die beiden letztgenannten verlaufen entlang der West- und Südstrecke durch das Land und stärken Österreichs Funktion als zentral gelegener, internationaler Logistik-Hub. Eine Voraussetzung für den Erhalt dieses hohen Stellenwerts ist jedoch der weitere kontinuierliche Ausbau der Infrastruktur. Zusätzliche Entwicklungspoten- ziale liegen außerdem im Bereich der Donauschifffahrt. Die wichtigsten Logistikstandorte konzentrieren sich auf den Großraum Wien, die Region Linz/Wels entlang der Donauachse sowie den Raum Graz entlang der Baltisch- Adriatischen Achse. Diese Regionen weisen Agglomeratio- nen sowohl in Bezug auf Bevölkerung als auch Produktions- betriebe auf und gelten als zentrale Knotenpunkte im nationalen und internationalen Logistiknetzwerk.

Industrie-/Logistikschwerpunkte und Infrastruktur in Österreich

TSCHECHISCHE REPUBLIK

Städte Logistikschwerpunkte Flughafen Binnenhafen Donau Autobahnen und Schnellstraßen Bahn Transeuropäische Verkehrsnetze

A & D

C

DEUTSCHLAND

DONAU

SLOWAKISCHE REPUBLIK

LINZ

DONAU

ST. PÖLTEN

WIEN

DONAU

B

SALZBURG

C

EISENSTADT

C & D

BREGENZ

SCHWEIZ

INNSBRUCK

UNGARN

GRAZ

KLAGENFURT

B

ITALIEN

A

A

SLOWENIEN

A Baltik-Adria-Route B Skandinavien-Mittelmeer-Route C Rhein-Donau-Route D Östliche Mittelmeer-Route Quelle: Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, ÖVDAT, ÖBB-Infrastruktur AG

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