Herbst 2026
Wiener Zinshaus Marktbericht Erster
Inhalt
Auf einen Blick
2
01 Geschichte des Wiener Zinshauses
4
02 Bestandsanalyse
10
03 Transaktionen, Preise und Renditen
12
3.1 Transaktionsvolumen und Anzahl der Transaktionen
13
3.2 Transaktionsvolumen und Anzahl der Transaktionen auf Bezirksebene
14
3.3 Käufer:innen und Verkäufer:innen
15
3.4 Preise und Renditen
17
04 Bezirke im Detail
20
05 Ausblick
68
06 Kontakt
70
Impressum
76
Sehr geehrte Damen und Herren!
Der Wiener Zinshausmarkt hat das erste Halbjahr 2026 mit rund 418 Mio. Euro Transaktions- volumen abgeschlossen – nur 3 % weniger als im zweiten Halbjahr 2025. Das ist die positive Nachricht dieses Berichts, denn sie fällt in ein Halbjahr, das alles andere als einfach war. Der lange, tiefe geopolitische Einschnitt hat steigende Energie- und Logistikpreise gebracht, weiters waren wir mit steigenden Zinsen, hoher Inflation und einem neuen Mietrechtsrahmen konfrontiert. Für jede Anlageklasse ist das eine Belastungsprobe. Der Zinshausmarkt hat sie bestanden: Mit rund 418 Mio. Euro Transaktionsvolumen liegen wir nur 3 % unter dem zweiten Halbjahr 2025 und weiterhin klar über den Vergleichswerten von 2023 und 2024. Der Rückgang gegenüber dem starken ersten Halbjahr 2025 erklärt sich vor allem durch die deutliche Abnahme der Share Deals infolge der veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis ist mit 3.269 Euro stabil geblieben. Bemerkenswert ist die Verlagerung innerhalb des Markts. Zwei Drittel des Transaktionsvolumens werden mittlerweile innerhalb des Gürtels umgesetzt, Tendenz weiter steigend. Kapital sucht sich Lagen mit Qualität und klarer Perspektive, und Käufer:innen ohne Bankfinanzierung gewinnen spürbar an Gewicht. Sie sind derzeit die verlässlichste und aktivste Käufergruppe am Markt. Unser aktueller Zinshaus-Marktbericht zeigt Ihnen diese Entwicklungen im Detail: Transaktions- zahlen auf Bezirksebene, Preis- und Renditebewegungen sowie unsere Einschätzung für das zweite Halbjahr. Das Fundament des Marktes ist intakt – knappes Angebot, stabile Nachfrage nach Wohnraum im Gründerzeitbestand, solide Renditen. Wie schnell die Erholung kommt, hängt von den geopolitischen Rahmenbedingungen und den Gegebenheiten der Finanzierungslandschaft ab.
Unser Expert:innen-Team und ich freuen uns, mit Ihnen über diese Einblicke ins Gespräch zu kommen.
Herzlich, Ihr
Dr. Eugen Otto MRICS Geschäftsführer OTTO Immobilien eugen@otto.at
Auf einen Blick Wiener Gründerzeit-Zinshausmarkt
Transaktionsvolumen 1. Halbjahr
Maximalrenditen Herbst 2026
800
4,90 % 11. Bezirk | Simmering
4,56 % 12. Bezirk | Meidling
700
600
513
© OTTO Immobilien GmbH
500
418
400
Spitzenrenditen Herbst 2026
300
200
1,53 % 1. Bezirk | Innere Stadt
2,05 % 8. Bezirk | Josefstadt
100
0
2025
2026
in Mio. Euro
© OTTO Immobilien GmbH
© OTTO Immobilien GmbH
Verteilung des Transaktionsvolumens nach Käufer:innen 1. Halbjahr 2026
Verteilung des Transaktionsvolumens nach Verkäufer:innen 1. Halbjahr 2026
1 % Sonstige
5 % Sonstige
10 % Privatpersonen
37 % Privatpersonen
85 % Unternehmen
62 % Unternehmen
in %
© OTTO Immobilien GmbH
in %
© OTTO Immobilien GmbH
Kaufverträge bis 30.06.2026 (bis August 2026 im Grundbuch ersichtlich)
Durchschnittspreis
Maximalpreis
10.557,-
9.920,-
3.297,-
3.269,-
Frühjahr 2026
Herbst 2026
1. Bezirk | Innere Stadt Frühjahr 2026
1. Bezirk | Innere Stadt Herbst 2026
in Euro/m2
© OTTO Immobilien GmbH
in Euro/m2
© OTTO Immobilien GmbH
Gründerzeit-Zinshäuser in den Bezirken Wir haben für Sie Transaktionsvolumen, Preise und Renditen aller Wiener Gemeindebezirke im Detail dargestellt.
Alle weiteren Details finden Sie im folgenden Bericht.
01 Geschichte des Wiener Zinshauses
Als die für Zinshäuser der Gründerzeit relevante Bauperiode gelten die Jahre zwischen 1848 und 1918. In dieser Ära durchlief der Wiener Wohnbau eine prägende Entwicklung, die der Stadt bis heute ihr spezielles Flair verleiht: Es entstanden die für Wien so typischen Zinshäuser.
4
Der Grund für die Entstehung der Zinshäuser war die Bevölkerungsexplosion, die im Zuge der Industrialisierung stattfand.
Die Gründerzeit, getragen vom Großbürgertum in der Hochblüte des Liberalismus, war gleichzeitig die Epoche der Entwicklung Wiens zur internationalen Metropole. Die Entfaltung eines neuen Unternehmertums–nur kurz- zeitig durch den Börsenkrach im Jahr 1873 unterbrochen – führte zur Entstehung einer Gesellschaftsschicht, die den Adel in vielen Funktionen ablöste, wirtschaftlich und politisch. Die Epoche unterteilt sich in Frühgründerzeit (ca. 1848-1870), Hochgründerzeit (ca. 1870-1890) und Spätgründerzeit (ca. 1890-1918). Der Grund für die Entstehung der Zinshäuser war die Bevölkerungsexplosion, die im Zuge der Industrialisierung stattfand. Es kam zu einer umfangreichen Landflucht, unter anderem auch der jüdischen Bevölkerung aus den Kronländern der Habsburgermonarchie, in die damalige Reichshaupt- und Residenzstadt. Während um 1800 rund 250.000 Menschen in Wien lebten, erreichte die Stadt um 1910 erstmals einen Einwohner-Hochstand von über zwei
Millionen. Dieses enorme Wachstum erhöhte den Bedarf an Wohnraum in der Metropole. Ein weiterer Grund für die Entstehung der Zinshäuser war das Aufbrechen der traditionellen sozialen Bindungen in den Großfamilien sowie zwischen Arbeitgebern und Angestellten. Das starke Wachstum der Einwohnerzahl kannte allerdings eine Aus- nahme: In der Innenstadt war die Bevölkerungszahl in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts im Gegensatz zu den restlichen Bezirken rückläufig. Die rege Bautätigkeit im Stadtkern hatte repräsentative Gründe und diente nicht der Schaffung von Wohnraum wie im restlichen Wien. Dies zeigt sich auch in der unterschiedlichen Architektur: „Was die Art der Entwürfe und die Ausführung der Bauten betrifft, so unterscheiden sich in augenfälliger Weise die […] von den maßgeblichsten Künstlern der Zeit gestalteten Wohnpaläste von den architektonisch eher anspruchs- losen Zinshäusern in den äußeren Bezirken.“
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Plan: Carl Graf Vasquez, 1830 © Wien Museum
→ Chronologie
→ Typen von Gründerzeit-Zinshäusern Während die Fassadengestaltung relativ unabhängig vom Standard des jeweiligen Gebäudes war, gab es im Inneren erhebliche Unterschiede, je nach Kaufkraft und Repräsentationsbedürfnis der Klientel. Vor allem die Größe der Wohnungen, ihre Belichtung sowie die sanitäre und technische Ausstattung differierten stark.
1848
Revolution
1850-1861
1.Stadterweiterung vom Glacis (heute Ring) bis zum Linienwall (heute Gürtel)
1857
Schleifung der Stadtmauer
Nobelmiethaus
1880-1890
2.Stadterweiterung (außerhalb des Linienwalls)
Im Gebiet der Innenstadt sowie entlang der Ringstraße und der repräsenta- tiven Ausfallstraßen der inneren Bezirke ergänzten prächtige Foyers und Stiegenhäuser die Repräsentation an der Fassade.
1904
Letzte Phase der Stadterweiterung
Bürgerliches Miethaus
→ Die Phasen der Gründerzeit
Im Gebiet der Vorstädte wurden die Wohnungen meist ohne lange Gänge direkt durch das Stiegenhaus erschlossen. Pro Stockwerk waren daher nur wenige Wohnungen untergebracht. In der Spätgründerzeit wurden diese Häuser auch mit Lift und die Wohnungen mit Sanitärräumen ausgestattet.
Frühgründerzeit 1848-1870 • Parzellen anfangs noch in L- und U-Form • Wechsel von der rechteckigen zur quadratischen Parzelle • Niedrige Bauhöhen • „Pseudowohnhof“ auf Doppelparzelle
Arbeitermiethaus
Hochgründerzeit 1870-1890 • Übergang zur H-Form • Hang zum Repräsentativen, Zinshäuser als „Wohnpaläste“ • Am Stadtrand: Gründerzeitvillen • Steigende Bodenpreise, maximale Ausnutzung der verfügbaren Flächen • Bau der Bank- und Börsengebäude
Kleine Wohneinheiten (ab 25m²) wurden durch lange Gänge erschlossen, die in der Frühform außen lagen und „Pawlatschen“ hießen. Vom Gang gelangte man typischerweise direkt in die Küche, dahinter lag meist ein Wohnraum. Wasserversorgung und Sanitärräume waren am Gang eines jeden Geschoßes – in frühen Bauten nur im Parterre – untergebracht.
Spätgründerzeit 1890-1918 • Gestaltung der Geschäftsstraßen erreicht ihren Höhepunkt • Bau des Gürtels, Integration der Außenbezirke • Maximale Flächenausnutzung • Mischungen aus Jugendstil und Späthistorismus
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Stadterweiterung
vorstädtischen Bautradition. Allerdings wurde die Auf- teilung des Innenraumes im Laufe der Zeit stark verän- dert: Abgesehen von der „Hausherrenetage“ wurden dicht aneinander gereihte Zimmer-Küche- bzw. Zimmer-Kü- che-Kabinett-Wohneinheiten entlang eines langen Ganges geschaffen. Auf diese Weise konnte die höchste Raumaus- nützung gewährleistet werden. Ein Sondertypus der Früh- gründerzeit waren die „Pseudowohnhöfe“: Diese entstanden aus der spiegelbildlichen Koppelung zweier Seitenflügelhäuser und wurden auf Doppelparzellen er- richtet. Das rasante Anwachsen der Bevölkerung führte zur Entstehung von Massenzinshäusern in den Vorstädten, wo ab 1850 die bis zu viergeschoßige Bebauung möglich war. „Charakteristisch für die äußere Erscheinung des frühgründerzeitlichen Mietwohnhauses ist die schmuck- arme Gleichförmigkeit der Fassaden, die sich nach dem Prinzip der ,gleichmäßigen Reihung‘ zu einheitlichen, kaum akzentuierten Straßenwänden zusammenschlie- ßen.“
Der hohe Wohnraumbedarf in den Außenbezirken, her- vorgerufen durch das dort vorherrschende starke Be- völkerungswachstum, wurde zu einem sozialen Problem: In den 1840er-Jahren lebten in Wien und den Vororten bereits 500.000 Menschen, und die mangelhaften Wohn- verhältnisse waren ein wesentlicher Faktor für den Aus- bruch der Revolution von 1848. Zur Verringerung der sozialen Sprengkraft wurde 1849 der Neubau von Wohn- häusern steuerlich begünstigt und zur Verbesserung der Verwaltung wurden 1850 die Vororte bis zum Linienwall (dem heutigen Gürtel) eingemeindet. Der Wohnbau wurde mittlerweile auch für das Bürgertum zunehmend interessant, und mit den neuen Auftragge- bern änderte sich auch die Gestalt der Gebäude: Die Grundstücke, die einen ganzen Straßenblock umfassten, wurden aufgeteilt, da sich die bürgerlichen Bauherren die Bebauung eines ganzen Blocks nicht leisten konnten. Die organisatorisch völlig selbstständigen Einzelhäuser des Blocks wurden auch nach außen zunehmend differenziert. Diese Blockrandbebauung blieb bis 1918 der prägende Typ der Wohnhausarchitektur, die sich auch stilistisch weiterentwickelte.
Hochgründerzeit (1870-1890)
Mit dem Beginn der Hochgründerzeit, die von 1870 bis 1890 dauerte, trat ein dramatischer Stilwechsel ein: Aus- gelöst durch die neuen öffentlichen Monumentalbauten der Ringstraße (Museen, Parlament, Rathaus, Universität), wurden die Formen der staatlichen Repräsentation auch von den privaten Bauherren übernommen. Während die Häuser im Inneren relativ einheitlich gestaltet und organi- siert waren, widmete man der Individualisierung nach außen viel Aufwand. Die meisten historischen Bank- und
Das Wien Franz Josephs I.
Die Regierungszeit Kaiser Franz Josephs I. (1848–1916), dem Wien den letzten Glanz der Monarchie verdankt, war von einer massiven Umstrukturierung des Stadtgrund- risses geprägt: Nachdem 1850 die Vorstädte rechtlich mit Wien vereinigt worden waren, befahl Kaiser Franz Joseph im Jahre 1857 die Schleifung der Befestigung und die Anlage einer Prachtstraße an ihrer Stelle. Es entstand die 1865 feierlich eröffnete Ringstraße, ein hervorragendes Beispiel der Stadtplanung des 19.Jahrhunderts und der bedeutendste historistische Prachtboulevard Europas. Die damit in Zusammenhang stehende erste Wiener Stadt- erweiterung seit dem Hochmittelalter zählt zu den städte- baulich bedeutendsten Leistungen des europäischen Historismus.
Frühgründerzeit (1840-1870)
Schon ab etwa 1840 wurden im Bereich der alten Vor- stadtkasernen verstärkt Wohnhäuser errichtet. Die ex- zessive Bautätigkeit der eigentlichen Gründerzeit begann allerdings erst mit dem Fall der Basteien. Was die Form der Grundrisse betrifft, so überwog anfangs noch die herkömmliche langrechteckige Parzelle. Diese machte bald einer gedrungeneren, dem Quadrat ähnlicheren Form Platz. Auf diesen Grundstücken entstanden die Stra- ßentrakter, während die schmalen Grundstücke Seiten- flügeltypen aufwiesen. Die Bauhöhen waren vor allem außerhalb des Linienwalls relativ gering. Sowohl der annähernd quadratische als auch der längliche Grundrisstyp wurzelten in der
Wohnung mit typischen hohen Räumen und Fischgrätenparkett.
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Eingangsbereich eines Gründerzeit-Zinshauses - Baujahr 1881
Börsengebäude Wiens wurden ab dem Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet, im Späthistorismus erreichte die Gestaltung der Geschäftsstraßen schließlich ihren Höhepunkt. Stilistische Mittel waren die starke Gliederung der Baukörper, plastischer Dekor und die Verbindung mehrerer Geschoße durch vorgeblendete Säulen an der Fassade. Die Gestaltungsmöglichkeiten waren groß, da die Fassadenelemente aus einem reichen Angebot an indus- triellen Serienprodukten ausgewählt werden konnten. Andererseits entstand aber durch die großflächige Wieder- holung ähnlicher Elemente eine gewisse Monotonie in den Straßenzügen. Der von den Zeitgenossen oft kritisierte Fassadenschmuck ist ein typisches Wiener Phänomen. In keiner anderen europäischen Großstadt wurde er so prächtig auch an einfachen Wohnbauten ausgeführt. Der Jugendstil, der für Wien in anderen Bereichen eine so prägende Rolle spielte, war für den Wohnbau nicht ganz so bedeutend. Er war der Stil der Avantgarde, des fort- schrittlichen Bürgertums und der öffentlichen städtischen Bauten. Das Baugeschehen dieser Periode war von zwei Faktoren geprägt: Repräsentation einerseits und möglichst lukrative Ausnutzung der teuren Bauplätze andererseits. Monu- mentale Gebäude mit Fassaden im Stil der italienischen Hochrenaissance waren Ausdruck einer „Nobilitierung des Zinshauses zum Wohnpalast“. Etwa um dieselbe Zeit entstanden in den nobleren Stadtrandbezirken die typi- schen Wiener Gründerzeit-Villen. Die Bauordnungen von 1870 und 1883 erlaubten die Errichtung von fünf
Geschoßen inklusive Erdgeschoß und Mezzanin mit einer Maximalhöhe von 25 Metern, sofern die entsprechende Straßenbreite gegeben war.
Spätgründerzeit (1890-1918)
Im Zuge der zweiten Stadterweiterung um 1890 wurde der Gürtel angelegt und die Integration der Vororte in das Stadtgefüge fortgesetzt. Die rasant steigenden Boden- preise forcierten die Verwertung der verfügbaren Grund- flächen, was mit einer Verschlechterung der Wohnqualität einherging. Durch die Reduktion der Stiegenhäuser ent- standen überlange Gänge und die Fläche der Haupthöfe schrumpfte zugunsten mehrerer kleiner Lichthöfe, um welche die Nebenräume, wie Kabinette und Toiletten, an- geordnet wurden. Die maximale Flächenausnutzung des Grundstückes stand im Vordergrund; in der Bauordnung von 1895 wurde eine Reduzierung des Hofausmaßes auf 15 Prozent zugelassen, sodass nahezu die gesamte Parzelle verbaut werden durfte. Kleine Lichthöfe sowie Luftschächte mussten für die Tageslicht- und Frischluftversorgung der innen liegen- den Kabinette bzw. Nebenräume genügen. Innerhalb der Gebäude gingen die Statusunterschiede zurück: Die so- ziale Bedeutung der Stockwerke wurde durch die Ein- führung des Liftes im gehobenen Miethaus ausgeglichen; auch die Frage, ob eine Wohnung weiter vorne oder hinten im Gebäude lag, nahm an Bedeutung ab.
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Stiegenhaus eines Gründerzeit-Zinshauses - Baujahr 1881
Für die Spätgründerzeit charakteristisch war der Doppel- trakter, der bei tiefen Parzellen auch mehrfach hinter- einander gekoppelt sein konnte. In den Vororten war der Straßentrakter der am stärksten vertretene Zinshaustyp, während in den inneren Bezirken ein neuer Bautyp ent- stand: der Straßenhof mit zurückversetztem Mittelteil– ein später Nachfahre des barocken Ehrenhofes. Neben die altdeutsche Formenwelt trat bald jene des heimischen Barock, was dem Verlangen nach gesteigertem Prunk entgegenkam. Eine zunehmende Tendenz zur Vertikalität, Asymmetrie und Kopflastigkeit herrschte in diesem Zeit- abschnitt vor, wobei der sich um die Jahrhundertwende entfaltende Jugendstil mit dem Späthistorismus Mischung- en einging, die oft zu originellen Schöpfungen führten.
wurden zu Lichtschächten reduziert. Prächtige Fassaden sollten über den niedrigen Standard der Häuser hinweg- täuschen und die Vermietbarkeit verbessern – unge- schmückte Häuser wurden schon damals schlechter vom Markt angenommen.
Mindeststandards
Die großflächige Bebauung der Vorstädte wurde durch die Entwicklung leistungsfähiger Massenverkehrsmittel begünstigt: Die Straßenbahn bildete ab etwa 1865 eine Verbindung zwischen der Stadt und den Vororten, die 1890 eingemeindet wurden. Der Wohnraumbedarf der dort lebenden Arbeiterfamilien war enorm. Die Errichtung von kleinen, erschwinglichen Wohnungen wurde daher gefördert, wobei gewisse Mindeststandards einzuhalten waren; zum Beispiel der Verzicht auf Souterrainwohnun- gen oder die Bereitstellung der Wasserversorgung auf jedem Stockwerk. Um die Bodenrendite dennoch zu er- halten, wurde der mögliche Bebauungsgrad auf 85 Pro- zent des Grundstücks angehoben, das heißt, die Höfe
Diese meist gusseiserne Konstruktion wurde früher für das Abstellen von Kohlensäcken verwendet.
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02 Bestands- analyse
Bei der amtlichen Wohnungs- und Gebäudezählung im Jahr 2001 wurde der Gesamtbestand an Gebäuden für ganz Österreich ermittelt. Aus diesen Daten hat OTTO Immobilien die Anzahl der Gründerzeit-Zinshäuser in Wien nach klar definierten Kriterien herausgefiltert. Weitere Datenquellen sind der Kulturgüter- kataster der Stadt Wien, das Grundbuch, das Bundesdenkmalamt sowie eigene Erhebungen.
Kriterien für das Gründerzeit-Zinshaus im engeren Sinn nach OTTO Immobilien: ● Baujahr 1848-1918 ● geschlossene Bauweise (keine Zinsvillen) ● im Stil des Historismus mit zahlreichen klassischen dekorativen Stilelementen ● keine Sondernutzung (öffentliche Gebäude, Palais etc.) ● kein Wohnungseigentum
Patricia Autengruber, BA BSc Senior Analystin Research Sprechen Sie mit mir über: → Marktberichte → Markttrends → Analysemethoden
● +43 676 64 36 245 ● p.autengruber@otto.at
Bestand
Die Anzahl der Wiener Gründerzeit-Zinshäuser nimmt stetig ab.
Seit Beginn unserer Recherchen im Herbst 2009 hat sich der Bestand signifikant verändert:
was einem Rückgang von knapp 14,9 % entspricht. Hauptgrund für den Verlust von Gründerzeit-Zinshäusern − definiert im engeren Sinn nach OTTO Immobilien − ist unverändert die Begründung von Wohnungseigentum. Ein weiterer Grund, der zur Reduktion des Bestandes führt, ist die Nutzungsänderung, so z.B. die Umwandlung in Hotels. Abrisse von Gründerzeit-Zinshäusern sind da- gegen eher selten, was für ihre hohe bauliche Qualität bzw. ihre ausgezeichnete Adaptierbarkeit spricht.
Das Diagramm vergleicht die Anzahl der Gründerzeit- Zinshäuser in den Wiener Gemeindebezirken damals und heute. Während im Herbst 2009 noch 15.528 Gründerzeit- Zinshäuser − im engeren Sinn nach OTTO Immobilien − identifiziert werden konnten, sind es mit Stichtag 12.08.2026 noch 13.216. Der Zinshausbestand hat sich somit seit Herbst 2009 insgesamt um 2.312 verringert,
Bestand Wiener Gründerzeit-Zinshäuser: Veränderung seit 2009
13.216
- 2.312
15.528
0
● Herbst 2026 ● Veränderung des Bestandes seit der Ersterfassung 2009 (Abfragen bis August 2026 berücksichtigt)
© OTTO Immobilien GmbH
Anzahl der Wiener Gründerzeit-Zinshäuser nach Bezirken
1.500
↓ 227 1.152
1.350
↓ 175 982
↓ 170 952
1.200
↓ 187 876
↓ 173 847
↓ 145 831
1.050
↓ 115 765
900
↓ 130 658
↓96 695
↓ 110 656
↓ 113 593
↓ 99 584
750
↓ 42 574
↓ 77 481
↓ 91 459
600
↓ 64 450
↓ 84 399
↓ 56 422
↓ 55 348
450
↓ 42 218
300
↓ 15 107
↓ 30 90
16
↓
150
77
0
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
● Herbst 2026 ● Bestand Ersterfassung 2009 (Abfragen bis August 2026 berücksichtigt) ↓ Veränderung
© OTTO Immobilien GmbH
11
03 Trans- aktionen, Preise und Renditen
Als Grundlage für die vorliegende Marktanalyse dienen die von uns erhobenen Informationen über Gründerzeit-Zinshäuser – im engeren Sinn nach OTTO Immobilien.
3.1 Transaktionsvolumen und Anzahl der Transaktionen
Mit Stand August 2026 konnte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt (Asset Deals und Share Deals berücksichtigt) ein Transaktionsvolumen von rund 418 Mio. Euro erzielt werden. Verglichen mit dem ersten Halbjahr 2025, in dem ein Volumen von knapp 513 Mio. Euro umgesetzt wurde, entspricht dies einem Rückgang von 18 %. Maßgeblich für diese Veränderung ist eine deutliche Abnahme der Share Deals, welche aus veränderten rechtlichen Rahmenbe- dingungen resultiert. Vergleicht man das Ergebnis des ersten Halbjahres 2026 jedoch mit der Vorperiode zwei- tes Halbjahr 2025, in welchem ein Volumen von insgesamt rund 430 Mio. Euro umgesetzt wurde, fällt der Rückgang mit nur knapp 3 % deutlich geringer aus. Erstes Halbjahr 2026
Vergleicht man das diesjährig erzielte Transaktionsvolu- men mit dem 5-Jahres-Durchschnitt für das erste Halb- jahr, liegt der Wert rund 23 % darunter. Trotz des Rückganges gegenüber dem Vergleichszeitraum 2025 übertrifft das Transaktionsvolumen dennoch weiterhin deutlich die Werte der ersten Halbjahre 2023 und 2024. Auch die Anzahl der Transaktionen ist rückläufig: Im ers- ten Halbjahr 2026 wurden 106 Zinshaus-Transaktionen erfasst, ein Rückgang von 30 % gegenüber dem Ver- gleichszeitraum 2025, in dem insgesamt 151 Transaktio- nen erfasst wurden. Auf ganze Häuser (vs. Hausanteile) entfallen im ersten Halbjahr 2026 ca. zwei Drittel aller verbücherten Asset Deals.
Transaktionsvolumen und Anzahl der Transaktionen von Wiener Gründerzeit-Zinshäusern
● Anzahl Transaktionen
in Mio. Euro
2.550 2.700 2.850
900
2.400
800
2.250
2.100
700
1.950
600
1.800
1.650
1.500
500
1.350 1.200 1.050 900
400
300
750
450 600
200
300
100
150 0
0
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
● 1. Halbjahr Asset Deals ● Nachlauf ● 2. Halbjahr Asset Deals ● Nachlauf ● 1. Halbjahr Share Deals ● 2. Halbjahr Share Deals
© OTTO Immobilien GmbH
Hinweis: Der Nachlauf ergibt sich aus jenen Kaufverträgen, die im untersuchten Zeitraum abgeschlossen wurden, aber erst nach dem Zeitpunkt der Erhebung im elektronischen Grundbuch zur Verfügung gestellt wurden. Seit 2021 werden durch Share Deals veräußerte Zinshäuser von OTTO Immobilien bewertet und daraus ergibt sich – zum ersten Mal am Wiener Immobilienmarkt – eine vollständige Transparenz über das exakte Gesamttransaktionsvolumen.
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3.2 Transaktionsvolumen und Anzahl der Transaktionen auf Bezirksebene
Im ersten Halbjahr 2026 ergibt sich mit Stand August 2026 auf Bezirksebene erneut ein durchaus differenzier- tes Bild, wobei sich die Marktaktivität im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 zunehmend auf die inneren Bezirke verlagert hat. In neun der 23 Wiener Gemeindebezirke konnte eine Zunahme des Transaktionsvolumens ver- zeichnet werden, davon in drei Bezirken um mindestens 100 % (4., 6. und 23. Bezirk). Absolut betrachtet fanden die größten Zuwächse im 6. (+42 Mio. Euro) und im 4. Bezirk (+20 Mio. Euro) statt. In 14 Bezirken kam es hingegen zu Abnahmen, in neun Bezirken sogar um mehr als 50 %. Die stärksten absoluten Rückgänge entfielen auf den 9. (-48 Mio. Euro), den 12. (-26 Mio. Euro) und den 16. Bezirk (-25 Mio. Euro). Im 11., 13. und 22. Bezirk konnten im ersten Halbjahr 2026 keine Transaktionen erfasst werden. Ins- gesamt liegt das Transaktionsvolumen mit rund 418 Mio. Euro um rund 18 % unter dem des Vergleichszeitraumes des Vorjahres. Erstes Halbjahr 2026
Bezogen auf die Anzahl der Transaktionen fällt der Rück- gang mit -30 % auf 106 Transaktionen deutlicher aus. In sechs Wiener Bezirken (4., 6., 7., 8., 18. und 19.) konnten Anstiege beobachtet werden, stabil mit gleichbleibender Transaktionszahl entwickelten sich der 2., 14. und 23. Bezirk. Die Abnahmen konzentrieren sich im ersten Halbjahr 2026 insbesondere auf die äußeren Bezirke: Während in den inneren Bezirken lediglich 8 % weniger Transaktionen erfasst wurden, betrug der Rückgang in den Außenbezir- ken 41 %. Dementsprechend stieg auch der Anteil der inneren Bezirke am Transaktionsvolumen von 54,5 % auf 67,3 % und an der Transaktionsanzahl von 33,1 % auf 43,4 %.
Transaktionsvolumen und Anzahl der Transaktionen nach Bezirken 1. Halbjahr 2026* (Asset und Share Deals)
in Mio. Euro
Anzahl Transaktionen
50
100
45
90
40
80
70
35
30
60
25
50
20
40
15
30
12
10
20
8
8
7
7
7
6
5
10
5
5
5
5 5
5 5
4
4
3
3
1
1
0
0
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
● Volumen 1. Halbjahr 2026 ● Anzahl 1. Halbjahr 2026 *Kaufverträge bis 30.06.2026 (bis August 2026 im Grundbuch ersichtlich)
© OTTO Immobilien GmbH
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3.3 Käufer:innen und Verkäufer:innen
Als Grundlage dieser Auswertung dienen alle bis August 2026 online abrufbaren Kaufverträge des ersten Halb- jahres 2026, die im Anschluss von OTTO Immobilien in Käufer:innen und Verkäufer:innen sowie in weiterer Folge in die Gruppen Privatpersonen, Unternehmen und Sonstige unterteilt wurden. Gemessen am Transaktions- volumen stellten Unternehmen erneut sowohl die umsatz- stärkste Käufer- als auch Verkäufergruppe dar, wobei sich ihre Position auf der Käuferseite nochmals verstärkte: 85 % des Transaktionsvolumens entfielen auf Käufer:in- nen dieser Gruppe, was einer Zunahme von 13 Prozent- punkten gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 entspricht; auf Verkäuferseite entwickelte sich der Anteil mit 62 % stabil (+2 Prozentpunkte). Auf Privatpersonen als Unternehmen dominieren, Privatpersonen verstärkt auf Verkäuferseite. Käufer:innen entfielen im ersten Halbjahr 2026 rund 10 % und als Verkäufer:innen 37 % des Transaktions- volumens, was einerseits einer Abnahme von 9 Prozent- punkten auf Käufer:innen- und andererseits einer Zu- nahme von 8 Prozentpunkten auf Verkäufer:innenseite gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 entspricht. Damit kehrt sich die Entwicklung der Vorperiode um: Privat- personen treten damit im ersten Halbjahr 2026 seltener als Erwerber:innen, dafür häufiger als Abgeber:innen in Erscheinung. Die Gruppe der Sonstigen machte dagegen einen nur geringen Anteil aus: Auf Käufer:innenseite ent- fielen 5 % des Transaktionsvolumens (-4 Prozentpunkte) und auf Verkäufer:innenseite lediglich rund 1 % (-10 Prozentpunkte).
Verteilung des Transaktionsvolumens nach Käufer:innen 1. Halbjahr 2026*
Verteilung des Transaktionsvolumens nach Verkäufer:innen 1. Halbjahr 2026*
1 % Sonstige
5 % Sonstige
10 % Privatpersonen
37 % Privatpersonen
85 % Unternehmen
62 % Unternehmen
*Kaufverträge bis 30.06.2026 (bis August 2026 im Grundbuch ersichtlich)
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→ OTTO Insight Privatpersonen Natürliche Personen
Unternehmen Juristische Personen (AG, FlexKapG, GmbH, GesmbH, OG, KG, Banken, Versicherungen) Sonstige Gebietskörperschaften, Gemeinden, Institute, Privatstiftungen, Religionsgemeinschaften, Vereine, Verlassenschaften
15
16
3.4 Preise und Renditen
Preise geben punktuell leicht nach, Renditen steigen an.
Im überwiegenden Teil der Bezirke gestaltete sich die Entwicklung der Einstiegspreise stabil. Dennoch wurden in sechs der 23 Wiener Gemeindebezirke Rückgänge verzeichnet: Im 14. (-10,4 %), im 4. (-9,3 %), im 10. (-8,0 %), im 6. (-5,6 %), im 16. (-4,0 %) und im 15. Bezirk (-2,7 %). Die niedrigsten Einstiegspreise sind weiterhin in den Bezirken außerhalb des Gürtels zu finden. Gründerzeit- Zinshäuser in einem durchschnittlichen Zustand in Wien werden ab 1.426 Euro/m² gehandelt. Bei den Maximal- preisen blieb das Niveau in 20 der 23 Wiener Gemeinde- bezirke unverändert. Anstiege verzeichneten nur der 3. Bezirk (+3,6 %) sowie der 18. Bezirk (+2,2 %). Im 1. Bezirk wurde der Maximalpreis um 6,0 % nach unten korrigiert und liegt damit wieder knapp unter der Marke von 10.000 Euro pro Quadratmeter. Dadurch hat sich die Spanne zwischen Mindest- und Maximalpreis verringert. Aus diesen Preisanpassungen resultiert ein nur margina- ler Rückgang des Durchschnittspreises um weniger als ein Prozent auf 3.269 Euro pro Quadratmeter. Das Preis- niveau bleibt damit insgesamt stabil.
Bei den Renditen zeigt sich eine Aufwärtsbewegung. Allgemein stiegen die Maximalrenditen in jenen Bezirken am stärksten, in denen zugleich die Einstiegspreise nach- gegeben haben: im 4. (+0,35 Prozentpunkte), 6. Bezirk (+0,26 Prozentpunkte), 14. (+0,24 Prozentpunkte) sowie im 10. Bezirk (+0,19 Prozentpunkte). In den übrigen inneren Bezirken stiegen die Maximalrenditen mehr- heitlich um jeweils höchstens 0,1 Prozentpunkte. Die Mindestrenditen entwickelten sich stabiler und stiegen in der Mehrheit der Bezirke um weniger als 0,1 Prozent- punkte. Einzig im 3. Bezirk gab die Mindestrendite leicht nach (-0,09 Prozentpunkte). Die Außenbezirke zeigen weiterhin ein stabiles Renditenniveau, darunter die Bezirke 13, 18 und 19, welche sich nach wie vor auf etwa dem Niveau der inneren Bezirke bewegen. Die Spitzenrendite für das beste Objekt in der besten Lage – sprich die Mindestrendite im 1. Bezirk – beträgt derzeit 1,53 %.
Durchschnittspreis und Durchschnittsrendite von Wiener Gründerzeit-Zinshäusern im Jahresverlauf
Euro/m²
%
4.500
4,50
4.000
4,00
3.500
3,50
3.000
3,00
2.500
2,50
2.000
2,00
1.500
1,50
1.000
1,00
500
0,50
0
0
2018
2019
2020
2021
2022
2023
2024
2025
2026
● Durchschnittspreis in Euro/m2 ● Durchschnittsrendite in %
© OTTO Immobilien GmbH
17
Durchschnittspreise nach Bezirken
Durchschnittspreise in Euro pro m2
Bezirke
21
● 8.010,-
1.
19
● 3.535,- bis 4.705,-
3., 4., 6., 7., 8., 9., 13., 18., 19.
20
17
18
● 2.513,- bis 3.328,-
2., 5., 14., 17.
22
9
16
● 1.965,- bis 2.485,-
10., 11., 12., 15., 16., 20., 21., 22., 23.
8 7
1
2
14
3
15 6
4
5
13
12
11
10
23
23
Herbst 2026 (Stichtag: 12.08.2026)
© OTTO Immobilien GmbH
Durchschnittsrenditen nach Bezirken
Durchschnittsrenditen in Prozent
Bezirke
21
● 2,02 %
1.
19
● 2,94 bis 2,61 % 2., 3., 4., 6., 7., 8., 9., 13., 18., 19.
20
17
18
● 3,28 bis 3,14 % 5., 14., 17., 20.
22
9
16
8 7
● 4,17 bis 3,62 % 10., 11., 12., 15., 16., 21., 22., 23.
1
2
14
3
15 6
4
5
13
12
11
10
23
Herbst 2026 (Stichtag: 12.08.2026)
© OTTO Immobilien GmbH
23
18
Preise pro m² in den Bezirken
11.000
9.920,-
10.000
9.000
8.000
7.000
6.090,-
6.000
6.100,-
5.610,-
5.310,- 5.410,-
4.994,-
5.000
4.690,- 4.677,-
4.610,-
4.250,-
4.221,-
4.176,-
4.000
3.390,-
3.240,-
3.120,-
2.966,-
3.150,- 3.189,- 3.320,-
3.000
2.790,-
2.733,-
2.540,-
2.510,- 2.490,-
2.877,-
2.392,-
2.850,-
2.389,-
2.781,-
2.670,- 2.720,-
2.480,- 2.460,-
2.350,-
2.000
1.940,-
1.850,- 1.780,- 1.790,- 1.790,-
1.785,-
1.750,-
1.611,- 1.642,-
1.540,-
1.426,-
1.000
0
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
in Euro/m² ● Herbst 2026 ● Frühjahr 2026
© OTTO Immobilien GmbH
Renditen in den Bezirken
4,90 %
5,00
4,56 %
4,52 %
4,39 %
4,28 %
4,26 %
4,16 %
4,05 %
3,93 %
3,90 %
4,00
3,83 %
3,80 %
3,79 %
3,73 %
3,70 %
3,54 %
3,46 %
3,37 % 3,36 %
3,30 %
3,28 %
3,44 % 3,39 %
3,17 %
3,23 % 3,19 % 3,19 %
3,15 %
3,00
3,08 %
2,92 %
2,77 %
2,51 %
2,61 %
2,44 %
2,44 %
2,40 % 2,37 %
2,37 %
2,17 %
2,15 %
2,00
2,11 %
2,06 %
2,05 % 2,05 % 2,06 %
1,53 %
1,00
0
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11.
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
23.
in % ● Herbst 2026 ● Frühjahr 2026
© OTTO Immobilien GmbH
19
04 Bezirke im Detail
Auf den folgenden Seiten haben wir alle relevanten Marktdaten wie den Bestand, das Transaktionsvolumen sowie die Preise und Renditen für jeden Bezirk einzeln historisch und kartographisch aufbereitet.
Zahlen und Fakten
Der Wiener Zinshausmarkt wurde von OTTO Immobilien in den letzten 17 Jahren nach allen relevanten Marktkenn- zahlen, insbesondere dem Bestand, der Anzahl der Trans- aktionen, dem Transaktionsvolumen, Käufer- und Verkäuferkategorien sowie den Preisen und Renditen
untersucht. In diesem Kapitel werden diese Informationen visuell auf der Wienkarte dargestellt, die eine Indikation für die Preise in der jeweiligen Region innerhalb des Bezirks gibt. Dadurch haben Sie nun die Möglichkeit, diese Infor- mationen noch besser zu interpretieren.
Heatmap Transaktionsaktivitäten Wiener Gründerzeit-Zinshäuser 1. Halbjahr 2026
21
19
20
17
18
22
9
16
8 7
1
2
14
3
6
15
4
5
13
12
11
10
23
geringe Transaktionsaktivität
hohe Transaktionsaktivität
© OTTO Immobilien GmbH
→ OTTO Insight Eine Heatmap ist eine Darstellung von Daten, die Intensitäten – in diesem Fall die Zinshaustransaktionen im ersten Halbjahr 2026 - im geografischen Zusammenhang intuitiv begreifbar macht. Die stärkste Aktivität, bezogen auf das Transaktionsvolumen, fand hier in den Bereichen innerhalb des Gürtels statt.
21
1. Bezirk | Innere Stadt
In der Inneren Stadt wurde im ersten Halbjahr 2026 ein Transaktionsvolumen in einer Gesamthöhe von rund 70 Mio. Euro erhoben, was einem Rückgang von 23 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 entspricht. Dennoch ist der 1. Bezirk damit erneut der volumen- stärkste Wiener Gemeindebezirk. Es konnten insgesamt fünf Transaktionen erfasst werden. Mit Stand Herbst 2026 liegt die Preisspanne zwischen 6.100 und 9.920 Euro pro m². Damit zeigt sich der Mindestpreis gegenüber Frühjahr 2026 unverändert, während der Maximalpreis um 6 % gesunken ist. Mit 1,53 % weist der Bezirk aktuell nach wie vor die nied- rigste Spitzenrendite in Wien auf; die maximale Rendite beläuft sich auf 2,51 %. Insgesamt hat sich die Rendite- spanne seit Frühjahr 2026 leicht nach oben verscho- ben. Der Zinshausbestand hat sich seit Frühjahr 2026 nicht verändert und liegt aktuell bei 574 Häusern. Seit der Ersterfassung 2009 entspricht das einer Abnahme von insgesamt 42 Häusern.
Transaktionsvolumen
350
300
250
200
150
100
←
←
←
←
50
←
0
2022
2023
2024
2025
1. Halbjahr 2026
in Mio. Euro ← Stichtag Volumen 1. Halbjahr
© OTTO Immobilien GmbH
1,53 % Spitzenrendite Q3/2026
9.920,-
70,01 Mio. Euro Transaktions- volumen 1. Halbjahr 2026
Maximalpreis Euro/m2 Q3/2026
Preise
Renditen
14.000
5,0
12.000
4,0
10.000
3,0
8.000
6.000
2,0
4.000
1,0
2.000
0
0
2022
2023
2024
2025
2026
2022
2023
2024
2025
2026
● mindestens ● maximal in Euro/m2
© OTTO Immobilien GmbH
● mindestens ● maximal in %
© OTTO Immobilien GmbH
22
Preisklassen im Detail, Herbst 2026
9
2
U4
U2
U2
U1
U4
8
1
U3
U1
U3
U3
U3
7
U2
U4
3
U1
U2 U4
6
4
Preisniveau in Euro/m2 ● niedrig ● mittel ● hoch
© OTTO Immobilien GmbH
23
2. Bezirk | Leopoldstadt
Der 2. Bezirk verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 ein Transaktionsvolumen von 30,2 Mio. Euro und lag damit deutlich über dem Wert des ersten Halbjahres 2025 von 18,7 Mio. Euro. Insgesamt ergibt sich daraus ein Zuwachs von 62 %. Die Anzahl der Transaktionen hat sich mit sieben nicht verändert. Das Preisniveau zeigt sich mit Stand Herbst 2026 weiterhin stabil. Die Preisspanne liegt unverändert bei 2.480 bis 4.176 Euro pro m². Auch die Renditen bewegen sich beinahe auf dem Niveau der Vorperiode und betragen 2,37 % am unteren sowie 3,46 % am oberen Ende der Spanne. Mit einem Wert von 831 liegt der Zinshausbestand aktuell damit um 145 Häuser unter dem Niveau der Ersterfassung im Jahr 2009 (976). Im Herbst 2026 entspricht das einer Reduktion um neun weitere Häuser seit Frühjahr 2026.
Transaktionsvolumen
175
150
125
100
75
50
←
←
←
←
25
←
0
2022
2023
2024
2025
1. Halbjahr 2026
in Mio. Euro ← Stichtag Volumen 1. Halbjahr
© OTTO Immobilien GmbH
2,37 % Spitzenrendite Q3/2026
4.176,-
30,17 Mio. Euro Transaktions- volumen 1. Halbjahr 2026
Maximalpreis Euro/m2 Q3/2026
Preise
Renditen
7.000
5,0
6.000
4,0
5.000
3,0
4.000
3.000
2,0
2.000
1,0
1.000
0
0
2022
2023
2024
2025
2026
2022
2023
2024
2025
2026
● mindestens ● maximal in Euro/m2
© OTTO Immobilien GmbH
● mindestens ● maximal in %
© OTTO Immobilien GmbH
24
Preisklassen im Detail, Herbst 2026
21
20
22
U1
U4
2
9
U2
U1
U2
U2
U2
U4
U2
U1
U1
U4
U2
1
5
3
4
Preisniveau in Euro/m2 ● niedrig ● mittel ● hoch
© OTTO Immobilien GmbH
25
3. Bezirk | Landstraße
Im 3. Wiener Gemeindebezirk hat sich das Transak- tionsvolumen im Halbjahresvergleich um 37 % von 34,9 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2025 auf zuletzt knapp 22 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2026 reduziert. Auch die Anzahl der Transaktionen ist zurückgegangen und lag zuletzt bei fünf. Mit Stand Herbst 2026 entwickelte sich das Preisniveau etwas nach oben. Die Quadratmeterpreise liegen zwi- schen 2.460 und 4.610 Euro, wobei der Höchstpreis etwas gestiegen ist. Die Spitzenrendite beträgt aktuell 2,15 %, weniger als in der Vorperiode, während die Maximalrendite etwas angestiegen ist und jetzt bei 3,73 % liegt. Der Bestand an Zinshäusern hat sich seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2009 von 1.122 auf 952 ver- ringert. Gegenüber dem Frühjahr 2026 entspricht dies einer Abnahme um fünf Häuser.
Transaktionsvolumen
350
300
250
200
150
←
100
50
←
←
←
←
0
2022
2023
2024
2025
1. Halbjahr 2026
in Mio. Euro ← Stichtag Volumen 1. Halbjahr
© OTTO Immobilien GmbH
2,15 % Spitzenrendite Q3/2026
4.610,-
21,96 Mio. Euro Transaktions- volumen 1. Halbjahr 2026
Maximalpreis Euro/m2 Q3/2026
Preise
Renditen
7.000
5,0
6.000
4,0
5.000
3,0
4.000
3.000
2,0
2.000
1,0
1.000
0
0
2022
2023
2024
2025
2026
2022
2023
2024
2025
2026
● mindestens ● maximal in Euro/m2
© OTTO Immobilien GmbH
● mindestens ● maximal in %
© OTTO Immobilien GmbH
26
Preisklassen im Detail, Herbst 2026
2
1
U3
U4
U3
U4
U3
U3
3
4
U3
U3
10
11
Preisniveau in Euro/m2 ● niedrig ● mittel ● hoch
© OTTO Immobilien GmbH
27
4. Bezirk | Wieden
Der 4. Bezirk verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 ein Transaktionsvolumen von 30,7 Mio. Euro. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 mit 10,7 Mio. Euro entspricht dies einem deutlichen Anstieg von 187 %. Auch die Anzahl der Transaktionen erhöhte sich von drei auf zuletzt fünf. Im Herbst 2026 liegt das Preisniveau leicht niedriger als noch in der Vorperiode Frühjahr 2026. Der Min- destpreis beträgt 2.781 Euro, um 9,3 % niedriger als in der Vorperiode, wobei der Höchstpreis weiterhin 4.994 Euro beträgt. Gleichzeitig hat sich die Renditespanne nach oben verschoben: Die Spitzenrendite liegt bei 2,06 % und die maximale Rendite bei 3,8 %. Seit der Ersterfassung im Jahr 2009 hat sich der Zinshausbestand von 514 auf derzeit 450 Objekte verringert. Im Vergleich zum Frühjahr 2026 entspricht dies einem Rückgang um ein Haus.
Transaktionsvolumen
175
150
125
100
75
50
←
←
←
←
25
←
0
2022
2023
2024
2025
1. Halbjahr 2026
in Mio. Euro ← Stichtag Volumen 1. Halbjahr
© OTTO Immobilien GmbH
2,06 % Spitzenrendite Q3/2026
4.994,-
30,68 Mio. Euro Transaktions- volumen 1. Halbjahr 2026
Maximalpreis Euro/m2 Q3/2026
Preise
Renditen
7.000
5,0
6.000
4,0
5.000
3,0
4.000
3.000
2,0
2.000
1,0
1.000
0
0
2022
2023
2024
2025
2026
2022
2023
2024
2025
2026
● mindestens ● maximal in Euro/m2
© OTTO Immobilien GmbH
● mindestens ● maximal in %
© OTTO Immobilien GmbH
28
Preisklassen im Detail, Herbst 2026
1
7
U1
U2 U4
6
U4
3
4
U1
5
U1
10
Preisniveau in Euro/m2 ● niedrig ● mittel ● hoch
© OTTO Immobilien GmbH
29
5. Bezirk | Margareten
Auch im 5. Bezirk wurde im ersten Halbjahr 2026 ein deutlich höheres Transaktionsvolumen als im Ver- gleichszeitraum des Vorjahres verzeichnet. Dieses erhöhte sich von 13,6 Mio. Euro auf 24,5 Mio. Euro und damit um 80 %. Die Zahl der Verkäufe entwickelte sich dagegen rückläufig, sank aber nur geringfügig von sieben auf sechs Transaktionen. Das Preisniveau bewegt sich mit Stand Herbst 2026, wie in der Vorperiode im Frühjahr 2026, innerhalb einer Spanne von 2.350 bis 4.250 Euro pro m². Auf der Renditeseite liegt die Spitzenrendite bei 2,44 % und die maximale Rendite bei 3,93 %. Von den im Jahre 2009 erfassten 706 Zinshäusern befinden sich aktuell noch 593 Objekte im Bestand. Gegenüber dem Frühjahr 2026 ist damit ein weiterer Rückgang um fünf Häuser zu verzeichnen.
Transaktionsvolumen
175
150
125
100
75
←
50
←
←
25
←
←
0
2022
2023
2024
2025
1. Halbjahr 2026
in Mio. Euro ← Stichtag Volumen 1. Halbjahr
© OTTO Immobilien GmbH
2,44 % Spitzenrendite Q3/2026
4.250,-
24,48 Mio. Euro Transaktions- volumen 1. Halbjahr 2026
Maximalpreis Euro/m2 Q3/2026
Preise
Renditen
7.000
5,0
6.000
4,0
5.000
3,0
4.000
3.000
2,0
2.000
1,0
1.000
0
0
2022
2023
2024
2025
2026
2022
2023
2024
2025
2026
● mindestens ● maximal in Euro/m2
© OTTO Immobilien GmbH
● mindestens ● maximal in %
© OTTO Immobilien GmbH
30
1
Preisklassen im Detail, Herbst 2026
7
U4
6
4
U4
U4
5
12
10
Preisniveau in Euro/m2 ● niedrig ● mittel ● hoch
© OTTO Immobilien GmbH
31
6. Bezirk | Mariahilf
Der 6. Bezirk weist im ersten Halbjahr 2026 mit einem Anstieg des Transaktionsvolumens um 388 % die höchste Wachstumsrate unter den Wiener Bezirken auf: Das Volumen erhöhte sich von 10,9 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2025 auf 53,2 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2026. Dieses Volumen wurde mit sieben Transaktionen erreicht (erstes Halbjahr 2025: 4). Die Preisspanne liegt mit Stand Herbst 2026 bei 2.850 bis 5.310 Euro pro m², damit liegt der Einstiegspreis etwas unter dem Niveau der Vorperiode, während der Höchstwert unverändert bleibt. Die Spitzenrendite liegt bei 2,11 %, während die maximale Rendite nun bei 3,70 % und damit auf einem höheren Niveau liegt als in der Vorperiode. Im Zinshausbestand konnte in dieser Berichtsperiode ein weiterer Rückgang verzeichnet werden. Dieser umfasst im Herbst 2026 noch 481 Zinshäuser – 77 weniger als zu Beginn der Aufzeichnungen im Herbst 2009 (558). Gegenüber Frühjahr 2026 entspricht dies einer Abnahme um drei Häuser.
Transaktionsvolumen
175
150
125
100
75
←
50
←
25
←
←
←
0
2022
2023
2024
2025
1. Halbjahr 2026
in Mio. Euro ← Stichtag Volumen 1. Halbjahr
© OTTO Immobilien GmbH
2,11 % Spitzenrendite Q3/2026
5.310,-
53,20 Mio. Euro Transaktions- volumen 1. Halbjahr 2026
Maximalpreis Euro/m2 Q3/2026
Preise
Renditen
7.000
5,0
6.000
4,0
5.000
3,0
4.000
3.000
2,0
2.000
1,0
1.000
0
0
0
2022
2023
2024
2025
2026
2022
2023
2024
2025
2026
● mindestens ● maximal in Euro/m2
© OTTO Immobilien GmbH
● mindestens ● maximal in %
© OTTO Immobilien GmbH
32
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