Zinshaus Marktbericht Frühjahr 2026

Plan: Carl Graf Vasquez, 1830 © Wien Museum

→ Chronologie

→ Typen von Gründerzeit-Zinshäusern Während die Fassadengestaltung relativ unabhängig vom Standard des jeweiligen Gebäudes war, gab es im Inneren erhebliche Unterschiede, je nach Kaufkraft und Repräsentationsbedürfnis der Klientel. Vor allem die Größe der Wohnungen, ihre Belichtung sowie die sanitäre und technische Ausstattung differierten stark.

1848

Revolution

1850-1861

1.Stadterweiterung vom Glacis (heute Ring) bis zum Linienwall (heute Gürtel)

1857

Schleifung der Stadtmauer

Nobelmiethaus

1880-1890

2.Stadterweiterung (außerhalb des Linienwalls)

Im Gebiet der Innenstadt sowie entlang der Ringstraße und der repräsenta- tiven Ausfallstraßen der inneren Bezirke ergänzten prächtige Foyers und Stiegenhäuser die Repräsentation an der Fassade.

1904

Letzte Phase der Stadterweiterung

Bürgerliches Miethaus

→ Die Phasen der Gründerzeit

Im Gebiet der Vorstädte wurden die Wohnungen meist ohne lange Gänge direkt durch das Stiegenhaus erschlossen. Pro Stockwerk waren daher nur wenige Wohnungen untergebracht. In der Spätgründerzeit wurden diese Häuser auch mit Lift und die Wohnungen mit Sanitärräumen ausgestattet.

Frühgründerzeit 1848-1870 • Parzellen anfangs noch in L- und U-Form • Wechsel von der rechteckigen zur quadratischen Parzelle • Niedrige Bauhöhen • „Pseudowohnhof“ auf Doppelparzelle

Arbeitermiethaus

Hochgründerzeit 1870-1890 • Übergang zur H-Form • Hang zum Repräsentativen, Zinshäuser als „Wohnpaläste“ • Am Stadtrand: Gründerzeitvillen • Steigende Bodenpreise, maximale Ausnutzung der verfügbaren Flächen • Bau der Bank- und Börsengebäude

Kleine Wohneinheiten (ab 25m²) wurden durch lange Gänge erschlossen, die in der Frühform außen lagen und „Pawlatschen“ hießen. Vom Gang gelangte man typischerweise direkt in die Küche, dahinter lag meist ein Wohnraum. Wasserversorgung und Sanitärräume waren am Gang eines jeden Geschoßes – in frühen Bauten nur im Parterre – untergebracht.

Spätgründerzeit 1890-1918 • Gestaltung der Geschäftsstraßen erreicht ihren Höhepunkt • Bau des Gürtels, Integration der Außenbezirke • Maximale Flächenausnutzung • Mischungen aus Jugendstil und Späthistorismus

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