Philipp Maisel „Fundament statt Phantasie: Mit frischem Rückenwind über die Milliardengrenze“
Am Wiener Zinshausmarkt gibt es sehr Erfreuliches zu vermelden – so wurde zum ersten Mal seit 2022 die Ein- Milliarden-Euro-Schallmauer an Transaktionsvolumen wieder durchbrochen. Ein starkes Lebenszeichen eines Segments, das sich in den Jahren nach der Zinswende bisher in beinahe jeder relevanten Kennzahl mit sinkenden Werten konfrontiert sah. Die Faktoren hierfür sind vielschichtig, was die Hoffnung auf die Nachhaltigkeit des aktuellen Auf- schwungs nährt: Auffällig ist insbesondere die hohe Anzahl an Erstkäufer:innen in diesem Marktsegment. Private Investor:innen scheinen zunehmend im Rahmen ihrer Asset Allocation ein gutes Zeitfenster erkannt zu haben, sich am Zinshausmarkt zu bedienen, nachdem sich die Preise nach einem anfänglichen Abschwung nunmehr seit fast zwei Jahren auf einem stabilen Niveau zeigen. Damit wurde das negative Momentum seit länge- rer Zeit überwunden und es hat sich ein robustes Preis- niveau herausgebildet. Diese Käufer:innengruppe sucht in der Regel nach voll entwickelten Immobilien in zentrumsnahen Lagen, die häufig auch ästhetischen Maßstäben gerecht werden müssen. Ziel ist es hier, in ansprechender Mikrolage und in gut gepflegten Gründerzeitimmobilien langfristig nachhaltige Mietzinse zu erwirtschaften. In diesem Bereich kommt dem mietrechtlichen Altbestand auch die anhaltend geringe Neubauleistung im Wiener Wohn- bereich zugute, wodurch sich die Nachfrage sowohl mieter:innen- als auch käufer:innenseitig stärker auf die Zinshäuser fokussiert. Dass sich in den letzten Quartalen ein zunehmend posi- tives Marktsentiment entwickelt hat, zeigt sich auch daran, dass – insbesondere im zweiten Halbjahr 2025 – institu- tionelle Bestandshalter:innen zunehmend mit Core-Im- mobilien über offene Verkaufsverfahren an den Markt ge- gangen sind. Die strukturierten Verkaufsverfahren waren in den Jahren 2023 und 2024 in viel geringerem Ausmaß Mittel zum Zweck und mussten in der Regel diskreten
Off-Market-Ansätzen weichen. Obwohl Private Sales nach wie vor in der Mehrzahl der Geschäftsfälle zur An- wendung kommen, streben mehr Eigentümer:innen jetzt wieder eine breite Marktansprache an, was die Dynamik weiter verstärkt. In einer Bezirksbetrachtung ist zum einen die gute Ent- wicklung des 9. Bezirks auffällig, aber auch das starke Sinken des Minimalpreises im 17. Bezirk. Nach detaillierter Analyse dieser Transaktionen in Hernals hat sich gezeigt, dass diese Verkäufe, die unserer Einschätzung nach deut- lich unter dem tatsächlichen Marktwert lagen, stets in ein und derselben Konstellation erfolgten: Eine Privatperson auf der Verkäufer:innenseite und ein Immobilienprofi auf der Käufer:innenseite. Hier ist die Rolle des Transaktionsberaters ganz beson- ders essenziell: Private Verkäufer:innen treffen mit dem Verkauf ihres Zinshauses meist die wirtschaftlich relevan- teste Entscheidung ihres Lebens im Kontext eines zumeist vollkommen unbekannten Marktumfeldes. Mit uns an ihrer Seite entfalten wir eine starke Schutzwirkung, um finan- zielle Fehlentscheidungen zu vermeiden. Durch einen übereilten Verkauf ohne sorgfältige Vorbereitung und professionelle Transaktionsführung laufen Sie Gefahr, nicht einmal annähernd das finanzielle Potenzial Ihrer Immobilie auszuschöpfen. Das bereits laufende erste Quartal lässt aufgrund einer deutlich höheren Anzahl an Anfragen sowohl professio- neller Kund:innen als auch Privatkund:innen darauf schlie- ßen, dass sich die positive Marktstimmung weiter ver- stärken wird. Wir gehen daher davon aus, dass das Trans- aktionsvolumen 2026 weiter zunehmen und es in einzel- nen Bezirken erneut zu Preisanstiegen kommen wird.
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